von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
07. 05. 2008 09:33
... sehen darf Ryan Reynolds. Der Schauspiel-Kollege der hübschen Blondine hat sich jetzt mit ihr verlobt. Der Glückliche. So richtig “bewusst” geworden ist mir Scarlett erst in “Die Insel“. Seitdem liebe ich sie. Bin ich wohl nicht der einzige.
Und mal sehen, wie lange es dauert, bis Google diese Überschrift liebt…
06. 05. 2008 12:00
Was bitteschön ist denn das, liebe Volkswagen-People? Da baut ihr den neuen Scirocco, der – laut Eurer eigenen Website – eine neue Ära einläuten soll, sportlich, extrovertiert, kraftvoll und geradlining ist. Und schenkt ihm eine wirklich schicke Website.
Und dann baut ihr einen Songcontest, bei dem der User entscheiden darf, welcher Volkswagen-Mitarbeiter künftig im Scirocco-Spot trällern soll. Was ja an sich keine schlechte Idee ist. Das Problem ist nur: Bei einem derart langweiligen Lied kommt bei mir kein Feeling auf, das der Scirocco vermitteln soll.
Leider auch nicht, wenn’s als Texas-Lightning-Clone daher kommt:
Wobei der Contest eine hübsche web-zwonullige Angelegenheit hätte werden können. Wenn man in den Playern hier oben direkt für den Kandidaten hätte stimmen können. Oder wenigstens der Klick auf das Video direkt zur Videoseite des Kandidaten geführt hätte. Wenn ich mit dem Einbinden der Videos also wirklich Buzz erzeugen und meinen Lieblings-VW-Sänger unterstützen will, kann ich das zwar auf diese Weise tun. Mehr Klicks bekommt der- oder diejenige aber nicht automatisch. Wieder nur halb gedacht.
06. 05. 2008 10:55
Taucha. „Im Bauch meiner Mama wächst ein Pünktchen!“ Wenn Erzieherinnen im Kindergarten gleich von zwei Schützlingen diesen Satz, verbunden mit der Frage nach dem Warum hören, muss sich eine Pädagogin etwas einfallen lassen. So erging es im vorigen Sommer Heike Meyer: „Zwei meiner Kinder sagten, dass da im Bauch ihrer Mama etwas wächst. Das zog natürlich Interesse bei den anderen Kindern nach sich. Also überlegte ich mir, wie man in einem Projekt das Thema Schwangerschaft, Geburt und Familie den Drei- bis Vierjährigen näher bringen kann”, sagt die Erzieherin der Kita Tausendfüßler in Taucha.
Kurzerhand stellte sie einen Plan auf, bezog die werdenden Mamas mit ein und erklärte den Kindern auch, wie Babys entstehen. „Es gibt ja kindgerechte Fachbücher. Wir haben das dann angereichert und unter anderem gesagt, dass sich Mami und Papi ganz lieb haben“, erklärt Meyer und schmunzelt. Regelmäßig wurden die Schwangeren eingeladen, damit die Steppkes die Bäuche anschauen und anfassen durften. „Außerdem haben wir viel zum Thema gebastelt – unter anderem durften die Kinder Bäuche malen und dort Ultraschallbilder einkleben“, schildert die 41-Jährige.
Für Erzieherin Verena Kropf kam das Projekt gerade recht: Die 59-jährige musste eine Arbeit zur Umsetzung des Bildungsauftrages in Kindereinrichtungen in Sachsen einreichen und wählte direkt das Babythema. „Zur Prüfung habe ich dann darüber gesprochen und erzählt, dass die Kinder sehr interessiert waren und viel wussten. Etwa, dass man Mama und Papa braucht, die ihr Ei und den Samen zusammentun. Das war schon niedlich zu hören“, erzählt sie lächelnd.
Auch als die Babys im Dezember auf der Welt waren, ging das Projekt weiter. Die dreijährige Elena war total stolz auf ihre kleine Schwester Lucia und der gleichaltrige Jonas freute sich über seinen Bruder Niclas. Die Mütter brachten die Säuglinge mit in den Kindergarten. „Hier durften dann alle die neuen Erdenbürger anschauen und anfassen, die Hände und Füße mit ihren eigenen vergleichen“, so Heike Meyer.
Den Abschluss bildete kürzlich ein Familienfest. Vorher gab es eine Schnitzeljagd durch den Wald. Außerdem wurden an der Parthe Familienboote zu Wasser gelassen. Meyer: „Das sind kleine Schiffchen aus Korken, auf deren Segeln Wünsche und Sehnsüchte verewigt sind – verbunden mit der Hoffnung, dass diese in Erfüllung gehen.“
Erschien am 6. Mai 2008 in der Leipziger Volkszeitung.
03. 05. 2008 09:04
Die ersten Blogger und anderen Webworker sind da, der Saft ist aufgebaut, der Tassenturm wird höher. Kurzum: Das BarCamp Leipzig im Mediencampus Villa Ida beginnt gleich. Wir freuen uns auf ein lehrreiches, spannendes und geselliges Wochenende!
02. 05. 2008 09:16
Auch wenn ich hier immer mal den Untergang des deutschen Radios voraussage – es gibt noch kleine Lichtblicke. Wie Energy Sachsen heute. Am Tag nach dem Feiertag machte Morgenmoderatorin Freddy Lippold mal, was sie wollte – und spielte die Wünsche der Hörer. Von den Nightcrawlers über Dieter Thomas Kuhn bis zu den Toten Hosen mit dem Jägermeistersong gab’s alles. Sogar den unbeliebten Ost-Schlager “Sag mir, wo Du stehst”. Fernab des Mainstreams und teilweise auch zielstrebig an der Zielgruppe vorbei.
Natürlich war mit der Chefetage abgesprochen, dass sie Narrenfreiheit hatte. Aber gerade das zeugt für meine Begriffe davon, dass noch nicht alles verloren ist. Solchen Mut der Programmacher wünsche ich mir öfter.
Eine 3/4 Stunde hat Freddy noch für ihren “Chaos-Freitag”. Ich wünsche viel Spaß dabei. Dass sie ihn hat, hört man. Auch das ist eher selten geworden im deutschen Radio.
01. 05. 2008 21:35
Taucha. Wenn jemand über zweieinhalb Stunden zu einem Thema redet, kann man davon ausgehen, dass er sich ganz in seinem Element befindet. Wolfgang Rumpelt ist so einer. Der Vorsitzende des Leipziger Vereins für Luftfahrt hatte dieser Tage in Tauchas Ratssaal geladen, um über die Geschichte des Flugplatzes am Schwarzen Berg und die Luftfahrt im Leipziger Raum zu referieren. Der Einladung folgten etwa 25, zumeist ältere Männer. Zeitzeugen, die sich auf Fotos wiedererkannten, die Rumpelt per Projektor an eine Leinwand warf. Sein Vortrag bestand aus etlichen solcher Bilder und Dokumente, die er in „jahrzehntelanger Kleinarbeit“, wie er sagt, zusammentrug.
Weiterlesen »29. 04. 2008 22:53
Ein etwas längeres Stück, in dem ich mir die Websites von Radio PSR und anderen sächsischen Privatradios ansehe.
Die neue Website von Radio PSR zeigt es deutlich: Radiosender haben im Internet eindeutig Nachholbedarf. Weil sie das Medium offenbar nicht verstehen oder die eigene Wichtigkeit überschätzen. Und weil sie einfache journalistische Grundregeln nicht einhalten.
Bleiben wir ruhig mal bei Radio PSR und dem Beispiel der eigenen Wichtigkeit. Weiterlesen »
28. 04. 2008 23:15
Manchmal gibt es richtig gute Neuigkeiten. Wie heute, als ich durch Taucha fuhr und mich wunderte: “Huch, was wird denn da gebaut?” Und eh ich den Satz zu Ende denken konnte, sah ich es schon. Dieses grün-gelbe, Glück und guten Geschmack verheißende Schild. Dieses Schild, das ankündigte, dass etwas richtig gutes in unser kleines, verschlafenes Städtchen ohne Post, dafür aber mit Autobahnanschluss kommt.
Kurzum: Subway, mein Lieblingsschnittenschmierer eröffnet demnächst an der Leipziger Straße. Da sag ich doch mal artig: “Willkommen, Sub Wayne!” Und freu mich schon auf September…
25. 04. 2008 23:40
Vergangene Woche startete Radio PSR einen überarbeiteten Internetauftritt mit hohen eigenen Ansprüchen. Die Pressemitteilung (PDF) spricht von „multimedialen Service-Angeboten“, die „klar auf die eigenen Kernkompetenzen“ des Senders setzen würden.
Als Beispiel dafür werden auch Künstlerinformationen genannt. Aber mit eben diesem Künstler-ABC unterstreicht PSR nur bedingt die eigene Kompetenz. Große Teile des Inhaltes stammen vom Muttersender R.SH in Schleswig-Holstein und aus der Wikipedia. Eine korrekte Quellenangabe jedoch fehlt. Beispiel: Der Artikel zur Rockband Queen, der sich komplett aus Bausteinen des dazugehörigen Wikipedia-Eintrages zusammensetzt. Nach meinen Nachfragen an den Pressesprecher wurde bei diesem Artikel eiligst “Quelle: wikipedia” am Ende des Textes eingefügt, was aber nicht ausreicht.
Ebenso wurde in weiteren Fällen aus der freien Enzyklopädie kopiert, wie Stichproben ergaben. Etwa bei der Beschreibung der deutschen Band 2raumwohnung, dem weißen Rapper Vanilla Ice, dem Duo Everything but the Girl und der US-Sängerin Suzanne Vega. Dies verwundert, sollte ein Radiosender doch eigentlich durch Kontakte zu Plattenfirmen über genug eigene Informationen verfügen.
Auf die Plagiate angesprochen bestätigt PSR-Sprecher Nico Nickel diese und sagt: „Ja, da ist uns definitiv ein Fehler unterlaufen, den wir bislang noch nicht einmal bemerkt hatten. Allerdings betrifft es nur eine Minderzahl der Einträge.“
Generell verboten ist die Übernahme aus der Wikipedia nicht. Mathias Schindler, Mitglied im Vorstand des Vereins Wikimedia Deutschland, der als Förderverein für die Wikipedia fungiert, erklärt: „Wer Inhalte aus der Enzyklopädie nutzen will, kann dies gern tun, solange er sich an die Lizenzbestimmungen hält. Hier gibt es für gerade für den Onlinebereich praktikable Wege.“
Die Inhalte der Wikipedia stehen unter der so genannten GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Diese gestattet zwar auch die Vervielfältigung und Veränderung der Texte für kommerzielle Zwecke. Im Gegenzug müssen veränderte Werke aber unter die selbe Lizenz gestellt und auf diese hingewiesen werden. Bei PSR ist nichts davon geschehen.
Auf welcher Seite der Senderkette die Fehler passierten, konnte Nico Nickel nicht sagen. Fest steht aber, dass auf der Website von R.SH das Künstler-ABC schon seit längerem eingebunden wird. An beiden Standorten, in Kiel und Leipzig, seien jeweils eine Handvoll Musik- und Onlineredakteure mit der Pflege betraut.
Dass Wikipedia-Inhalte unter Verletzung der Lizenzbestimmungen in andere Website eingebunden werden, erlebt Mathias Schindler oft. “Das passiert aber meist nicht absichtlich, sondern häufig aus Unkenntnis. Manchmal wird auch das Plagiieren als Kavaliersdelikt angesehen. Solange schnell Besserung erfolgt, dürfte das die meisten Autoren zufriedenstellen.”
Im Falle von Radio PSR ist die Einsicht gegeben. Man arbeite, so Nickel, bereits an der Beseitigung der Verstöße. Eine Aufgabe, bei der dann wirklich die „eigenen Kernkompetenzen“ gefragt sind. Teilweise ist dies bereits geschehen, offenbar hat man sich aber nur auf Satzumstellungen und – etwa bei Vanilla Ice vor allem auf die Zeitformen beschränkt.
Erscheint in ähnlicher Form am 26. April 2008 in der Leipziger Volkszeitung.
21. 04. 2008 11:54
Taucha. Oldtimer werden nicht gekauft, sie werden vor allem „gefunden“. In Scheunen, verfallenen Garagen oder sogar im Wald. Diese Antworten hörte, wer gestern beim Oldtimer- und Teilemarkt bei Möbel Höffner in Taucha mit den Besitzern alter Karossen ins Gespräch kam.
Weiterlesen »