GROSSE WORTE

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Taucha. Ab Freitag und bis Sonntag lädt Rainer Klöpsch wieder zum Country- und Bikertreffen auf den Schlosshof ein. Zum dritten Mal organisiert der Privatmann das Fest komplett allein und finanziert einen nicht unerheblichen Teil vor. Auch die Bewerbung der Veranstaltung obliegt ihm. Neben dem Banner über der Leipziger Straße, das der Rentner von der Stadtverwaltung aus kostenlos hängen darf, kündet seit vergangener Woche auch ein rustikales Werbeschild am Parkplatz gegenüber dem Rathaus von diesem Ereignis.

Doch mit eben jener Tafel hatte Klöpsch so seine Probleme: „Sage und schreibe 14 Monate vergingen vom Bauantrag bis zur Genehmigung“, erzählt der 65-Jährige. Das Bauamt hatte ihm einen schmalen Streifen am Rand des Parkplatzes zugewiesen. „Perfekt, weil man dann mit einem Pfeil rüber zum Schloss weisen kann“, so Klöpsch. Der Zimmermeister fertigte die Holztafel aus massiven Balken. In diese kann eine Plane eingehangen werden, die auf die jeweiligen Feste in der Stadt hinweist. „Ich sponsere die Werbetafel, die mich rund 800 Euro gekostet hat, den Tauchaer Vereinen. Wer immer hier eine Veranstaltung plant, kann seine Plane dort anbringen“, sagt er. Am Montag vergangener Woche installierte Klöpsch gemeinsam mit einem Freund die Tafel. „Plötzlich standen drei Männer hinter uns, die sagten, sie wären vom Zoll aus Dresden und es läge eine Anzeige wegen Schwarzarbeit vor. Ich wusste gar nicht, wie mir geschieht, war mir ja keiner Schuld bewusst“, berichtet der rührige Rentner. „Ich musste meinen Ausweis holen und ein Protokoll ausfüllen. Am Ende sagten mir die Beamten, es wäre alles okay. Die haben sich sogar noch entschuldigt. Natürlich durften sie mir nicht erzählen, wer mich angezeigt hatte, fragten aber, ob ich spezielle Freunde im Rathaus hätte“, führt Klöpsch weiter aus.

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Deutsch-amerikanische Trauung

Taucha. Sieben Eheschließungen fanden gestern am bei Paaren offenbar beliebten magischen Datum, dem 8.8.08, statt. Jede war auf ihre Weise etwas Besonderes, dennoch stach eine heraus. Denn mit der Hochzeit von Kristie und Tom Döhler aus Leipzig wurden eine Amerikanerin und ein Deutscher amtlich zu Mann und Frau erklärt.

Uta Schneider vom Tauchaer Standesamt war schon seit Tagen aufgeregt, musste sie ihre Rede doch angesichts von etwa 25 amerikanischen Gästen zweisprachig abhalten. Dazu übersetzte eine Dolmetscherin die Ansprache ins Italienische, da auch aus diesem Land Besuch anreiste. Und: Am Rathaus hängte die Stadtverwaltung ein „Welcome-Banner“ und die Flaggen von Deutschland und den USA auf. „Ist doch klar, dass wir da unkompliziert sind, wann hat man das schon in Taucha“, meinte Bürgermeister Holger Schirmbeck.

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  • Besuch vom Nerdpol

    Einer meiner ersten Artikel hier im Blog war eine Kurzkurzkurz-Fassung eines Artikels für die LVZ über Joscha Sauer, dem Mann hinter den “Nicht Lustig”-Cartoons. Jetzt, drei Jahre später, wird’s mal wieder Zeit, ihn zu erwähnen. Erstens ist Joscha in diesem Jahr wieder besonders aktiv – seine Cartoons erscheinen in Welt kompakt und das vierte Buch ist fertig – und zweitens hat er mich grad wieder zum laut Lachen gebracht. Nerdpol – darauf muss man erstmal kommen.

    Mensch, das muss doch hinzukriegen sein…

    Bisher sind wir noch nicht in der Lage, von Deutsch nach Deutsch zu übersetzen.

    Pfff – dann eben nich. ;-)

    GamesCon

    Man kann es schon leicht merkwürdig finden, dass heise.de im Newsticker die Meldungen zur GamesConvention mit “GamesCon” abkürzt und nicht mit “GC”. Muss man aber nicht. Denn “GamesCon” ist durchaus eine gebräuchliche Abkürzung für die GC. Selbst große Magazine und Fernsehsender wie Giga bezeichnen die GC zuweilen so. Vor allem im Ausland wird gern diese Abkürzung verwendet, wenn man nicht “Leipzig Show” sagen will.

    Allerdings wäre es ein leichtes für heise, doch die korrekte Abkürzung oder gar das Logo zu verwenden – oder mal auf Kritik zu reagieren. Stattdessen erscheint als zweite Meldung im GC-Special diese hier, dass Medienkompetenz aus NRW, natürlich aus Köln, auf der Messe vertreten ist. Das muss unweigerlich Reaktionen hervorrufen. Ein wenig mehr Sensibilität und Feingefühl wäre sicher angebracht.

    ma 2008 Radio II

    Nur zur Info, weil ich schon gefragt wurde. Nö, ich schreibe diesmal nix zur Radio-ma in Sachsen. Mir fehlt einfach die Zeit. Zudem hab ich den neuen Befragungsmechanismus noch nicht hundertprozentig verinnerlicht. Klar, erstmals wurden auch Kinder im Alter von 10 bis 13 und in Deutschland lebende EU-Ausländer berücksichtigt. Trotzdem bleiben da für mich zu viele Fragen. Und da habsch einfach keene Zeit momentan. :)

    Obwohl es derzeit viele Dinge gäbe, über die man berichten könnte. Radio PSR hat sich teilweise neu erfunden. Unter anderem labert man nun nachmittags nach jedem Titel gefühlte fünf Minuten am Stück. Unglaublich innovativ. Ich mag mich täuschen, aber war das nicht der Grund, warum Alex und Jasmin am Ende keiner mehr hören konnte – obwohl die wirklich gut waren? Nungut, “die” werden’s schon wissen.
    Und bei Hitradio RTL Sachsen funkt derzeit Axel Metz die MoShow. Axel Metz? Genau der Axel Metz, der bis vor kurzem noch bei Radio Leipzig den Nachmittag bestritt. Selbiger zieht nun nach Dresden.

    Dass aber auch immer alles auf einmal kommen muss… :-)

    Danke, Katie!

    Danke für diesen Abend, danke für die Songs, danke für die Gänsehaut. (Katie Melua war heute mit ihrer großartigen Band in der Leipziger Arena.)

    Und jetzt für Euch alle:

    Taucha. In wenigen Tagen sollen die Bauarbeiten auf dem kleinen Baufeld am Heinrich-Zille-Winkel 5 beginnen (die LVZ berichtete). Eher mit gemischten Gefühlen betrachtet Familie Stärke das Vorhaben. Diese ist direkter Nachbar des Grundstücks und hat Angst um ihr Haus.

    Vor allem geht es um die zu bauende Zufahrt zu den neuen Grundstücken. „Die würde direkt an unserem Haus vorbeiführen“, sagt Steffi Stärke und befürchtet, dass beim Bau der Straße ihr Wohnhaus Schaden nimmt. „Als die Straße vor dem Haus saniert wurde, gab es auch Risse in der Wand. Das kommt daher, dass das Gebäude nur auf großen Bruchsteinen steht. Wenn man also zu tief ausbaggert, verliert das Haus an Stabilität, weil es kein richtiges Fundament gibt“, schildert ihr Mann Uwe. Darum wäre es der Familie lieber, wenn die Straße nicht direkt am Wohnhaus vorbei führen würde.

    So einfach ist das aber nicht. Jürgen Skoppek, Geschäftsführer der GfB Sachsen, der das Grundstück gehört und die das Projekt entwickelte, erklärt dazu: „Das ist ein verwaltungsrechtlicher Akt und alles baurechtlich genehmigt. Da spielt natürlich auch die Statik rein. Das ist alles längst erledigt und Schnee von gestern.“ Auch vom Tauchaer Bauamt gab es keine Einwände.

    Ist die Zufahrt dann errichtet, beginnt für Familie Stärke das zweite Problem. „Wir wissen bis jetzt nicht definitiv, ob wir das Wegerecht für diese Straße bekommen. Das brauchen wir aber, um die Mülltonnen von unserem kleinen Hof an die Straße zu rollen. Ansonsten müssten wir durch das Haus, was ja keiner verlangen kann“, so Steffi Stärke. Auch die GfB Sachsen will das nicht, darum habe das Unternehmen der Familie bereits mündlich das Wegerecht zugesichert. „Was jetzt noch fehlt, ist die schriftliche Zusage. Und das Mindeste wäre, dass das auch im Grundbuch verbrieft wird. Sonst streiten wir uns womöglich später, wenn die Häuser errichtet sind, mit sechs Eigentümern“, fürchtet die Tauchaerin.

    Skoppek allerdings versicherte auf LVZ-Anfrage, dass es „eine einvernehmliche Lösung geben wird. Wir sind an einer guten nachbarschaftlichen Zusammenarbeit interessiert“, sagte er. Außerdem versicherte er nochmals, dass „das geplante Vorhaben eher Vor- als Nachteile bringt. Wir werten die Gegend dort erheblich auf, das wird hoffentlich jeder sehen, wenn wir fertig sind.“

    Erschien am 6. August 2008 in der Leipziger Volkszeitung.

    Taucha. Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch vergangener Woche. Langsam fährt ein Rettungswagen durch die Graßdorfer Straße. Blaulicht erhellt die Straße. Immer weiter verringert das Fahrzeug die Geschwindigkeit, fährt dann eine kleine Schlippe am Bahndamm entlang, kommt rückwärts wieder raus, um dann erneut die Straße im Schneckentempo zu erkunden. Plötzlich erschallt das Martinshorn für wenige Sekunden, der Rettungswagen bleibt schließlich stehen. Dann folgt das, was für einige Anwohner rätselhaft erscheint: Der Fahrer und die restliche Besatzung des Wagens fragen nach dem Weg. Eine bestimmte Hausnummer würden sie suchen, sogar den Namen der aufzusuchenden Familie rufen die Rettungskräfte den erschrockenen Leuten zu, die mittlerweile vereinzelt ihre Köpfe aus den Fenstern stecken.

    Gänzlich orientierungslos waren die Einsatzkräfte aber nicht. Sie hätten bereits in der Zweigstelle der Johanniter-Unfall-Hilfe auf der Graßdorfer Straße 13 vorbeigeschaut, um dort nach dem Weg zu fragen. Allerdings wäre da niemand anzutreffen gewesen, erklärte der Fahrer einem Anwohner.

    „Ich fand das schon ziemlich merkwürdig, dass die tatsächlich nach dem Weg fragen. Man denkt doch eigentlich, dass sich Retter auskennen oder andere Mittel haben, den gesuchten Ort zu finden“, wundert sich auch Heiko Lange, der die Szene mitbekam.

    Für Dietmar Bruchner, Geschäftsführer des Rettungszweckverbandes Nordsachsen ist dies aber nicht ungewöhnlich. „Die Johanniter waren sicher selbst gerade im Einsatz. Wenn niemand vor Ort ist, müssen wir eben das nächst gelegene Fahrzeug schicken“, erklärt er.

    Das Szenario passt zu einem Bericht der Sächsischen Staatsregierung an den Sächsischen Landtag. Demnach würde jeder achte Rettungswagen zu spät eintreffen. Im vergangenen Jahr konnte nur ein einziger Zweckverband, nämlich eben jener aus Nordsachsen, die gesetzliche Hilfsfrist von zwölf Minuten einhalten. Warum im vorliegenden Fall die Retter die Hausnummer nicht fanden, bleibt auch für Bruchner ein Rätsel. „Wir haben dazu nicht mal etwas vermerkt, in der Leitstelle ist nichts eingetragen“, sagt er.

    Ob den ratlosen Einsatzkräften ein Navigationsgerät zur Verfügung stand, konnte Bruchner darum auch nicht sagen. „Diese Technik ist erst neu und nur auf den wenigsten Fahrzeugen einsatzbereit installiert.“ Für Jürgen Martens, innen- und rechtspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag ein untragbarer Zustand. „Was für jeden Paket- und Pizzadienst Standard ist, sollte man doch auch für den Rettungsdienst verlangen können.“ Die FDP kritisierte erst dieser Tage die Verspätungen der Retter.

    Erschien am 5. August 2008 in der Leipziger Volkszeitung.

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  • Pappnasen

    Unglaublich, was Mitarbeiter in Elektrofachmärkten über sich ergehen lassen müssen. Konnte ich heute im MediaMarkt wieder erleben, als ich an der Infokasse stand und mir eine Rechnung drucken ließ. Ich glaube, diese Mitarbeiter dort kommen mit dem Abschaum der Gesellschaft in Berührung.

    Eine Familie beispielsweise (Mutter, Vater und sowas, was die beiden vielleicht als Kinder bezeichnen würden) brüllte im Chor, sie würden sofort einen Mitarbeiter verlangen, der vor zu ihnen kommt und ihnen diese Kaffeemaschine umtauscht. Die würde nicht funktionieren und sie hätten ja auch nochmal Benzin ausgegeben und überhaupt, was wäre das für ein Service. Mutter und Vater übertrumpften sich in der Lautstärke und weil das offenbar noch nicht reicht, stieg der geschätzt 16-Jährige Sohn in diesen Chor mit ein und rief noch lauter seinen Unmut in Richtung Kleingeräteabteilung. Dem flüchtigen Beobachter fiel sofort auf: Die defekte Kaffeemaschine war deren kleinstes Problem.

    Wenige Minuten später wollte ein Mann mit einem Karton, auf dem ein Ventilator abgebildet war, den Markt verlassen, direkt an der Infokasse vorbei. Auf die freundliche Frage, ob die Mitarbeiterin mal den Kassenbon sehen dürfte, erntete sie nur ein “Der iss nich von Euch, ihr kennt wo Eure eigenen Kartons nicht, oder was? Pappnasen!”

    Ich glaube, man muss vieles überhören, um dort nicht auszurasten. Am Ende entschuldigte ich mich noch bei den Damen, weil ich sie mit meinem Rechnungsproblem abhielt. Irgendwie war mir das ein Bedürfnis. Ich könnte dort nicht arbeiten.

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    Dies ist das Weblog von Daniel Große. Ich bin freier Journalist in Leipzig und veröffentliche hier ausgewählte Referenzen sowie private und berufliche Ansichten und Ereignisse. Außerdem übe ich Kritik an Online-, Print-, TV- und Rundfunkmedien oder mache mich schamlos über missglückte Pressemitteilungen und eigenartige Unternehmens-PR lustig. Das klingt nach dem, was es ist: ein unterhaltsames Blog mit breitem Themenspektrum ohne irgendeine Spezialisierung.

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