{"id":1053,"date":"2008-02-04T09:58:45","date_gmt":"2008-02-04T08:58:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/2008\/02\/04\/lehrer-und-schueler-bis-ins-rentenalter-verbunden\/"},"modified":"2008-02-04T09:58:47","modified_gmt":"2008-02-04T08:58:47","slug":"lehrer-und-schueler-bis-ins-rentenalter-verbunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/lehrer-und-schueler-bis-ins-rentenalter-verbunden\/","title":{"rendered":"Lehrer und Sch&#252;ler bis ins Rentenalter&nbsp;verbunden"},"content":{"rendered":"\n<!-- google_ad_section_start -->\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/uploads\/klassentreffen.jpg\" alt=\"klassentreffen.jpg\" border=\"0\" width=\"240\" height=\"153\" align=\"left\" style=\"margin:0 10px 10px 0\" \/>Klassentreffen finden in Leipzig fast in jeder Woche statt. Und jedes ist auf seine Weise besonders. Trotzdem kann man von dem heutigen Treffen behaupten, dass es ungew&#246;hnlich ist. Denn wenn heute Sch&#252;ler und Lehrer der ehemaligen 48. Grundschule zusammenkommen, muss man etwas genauer hinschauen, um zu erkennen, wer damals die Schulbank dr&#252;ckte und wer an der Tafel stand. Der Grund: Sch&#252;ler und Lehrer trennen gerade mal zehn Jahre. Und noch eine Besonderheit gibt es: In diesem Jahr werden alle Abg&#228;nger des Jahres 1952 der damaligen Klasse 8b runde 70 Jahre alt. Und die Lehrer entsprechend 80.<\/p>\n<p>\u201eIst das nicht Wahnsinn, dass die ihre alten Lehrer immer noch sehen wollen?\u201c, freut sich Ruth Wolff beim Fototermin. Die ehemalige Russischlehrerin, die damals noch P&#246;tzsch hie&#223;, ist &#252;berw&#228;ltigt vom Organisationstalent und dem Drang nach Aufarbeitung der Schulzeit ihrer einstigen Sch&#252;tzlinge. \u201eWir sind doch eigentlich alte Knacker!\u201c, lacht sie und erntet prompt ein \u201eDas stimmt, aber wir doch auch!\u201c von Siegfried Walther. Er geh&#246;rt zum f&#252;nfk&#246;pfigen Organisationsteam des Klassentreffens. Seit 2002, anl&#228;sslich der 50-j&#228;hrigen Schulentlassung, kommen Lehrer und Sch&#252;ler regelm&#228;&#223;ig zusammen, um in Erinnerungen zu schwelgen.<br \/>\n <br \/>\nDerer gibt es viele. Was auch daran liegt, dass die P&#228;dagogen von damals nicht nur beruflich, sondern auch privat viel erlebten. Denn vier der Lehrer heirateten untereinander. Ruth P&#246;tzsch und Klassenlehrer Richard Wolff verliebten sich ebenso wie Sportlehrerin Ilse Artzt und Physiklehrer Gerhard Hanemann.<\/p>\n<p>\u201eDas war schon eine verr&#252;ckte Zeit. Wir sind 1944 eingeschult worden. In der f&#252;nften Klasse bekamen wir dann neue Lehrer\u201c, erinnert sich Werner Willmer. Er und seine Mitsch&#252;ler waren elf Jahre, Mathematiklehrer Richard Wolff gerade mal 22. Frisch von der Ausbildung war dies seine erste Anstellung an der Schule in der K&#246;nneritzstra&#223;e, die heute Domizil der Leipzig International School ist. \u201eAufgrund des geringen Altersunterschieds hatten wir besonders zu unserem Klassenlehrer Wolff eine gute Beziehung\u201c, berichtet Siegfried Walther. Wohl zu gut, denn in der siebten Klasse entschied sich der Direktor f&#252;r einen Wechsel. \u201eDas lie&#223;en wir uns nicht gefallen, missachteten die Anweisungen des neuen Lehrers, provozierten ihn regelrecht. Was dann mit dem Rohrstock geahndet wurde\u201c, schmunzelt Walther. Schmerzen, die sich lohnten, denn ein Jahr sp&#228;ter unterrichtete wieder Richard Wolff seine Klasse.<br \/>\nEin Grund f&#252;r den Zusammenhalt zwischen Lehrern und Sch&#252;lern war zweifelsohne das Engagement der Pauker. \u201eDie haben mit uns immer besondere Fahrten unternommen. Gro&#223;e Radtouren in den Sommerferien. Oder Wandertage durch das Erzgebirge\u201c, z&#228;hlt Siegfried Walther auf. Die Strecken ist Lehrer Wolff zuvor immer mit dem Motorrad abgefahren, hat &#220;bernachtungen organisiert. \u201eWir haben einmal auf Strohmatten in einem Klassenzimmer geschlafen. Heute v&#246;llig undenkbar, damals das Beste, was man bekommen konnte. Auch wegen des Geldes, das knapp war\u201c, so Walther.<br \/>\nSolche und andere Geschichten erz&#228;hlen sich die Sch&#252;ler und Lehrer auch bei ihrem heutigen Treffen im Gartenlokal \u201eDrei Kastanien\u201c. <\/p>\n<p>Aufzuarbeiten gibt es viel, auch aktuellere Dinge. Richard Wolff beispielsweise ist ein gro&#223;er Eisenbahn-Fan. Zur Fu&#223;ball-WM kaufte er sich f&#252;r 350 Euro ein Sonderticket der Bahn und bereiste nahezu ganz Deutschland. Ebenso nutzte er vor drei Jahren ein Angebot der Schweizer Staatsbahn und fuhr mit Z&#252;gen, Zahnradbahnen und Schiffen. \u201eZu unserem heutigen Treffen soll er von diesen Reisen erz&#228;hlen\u201c, so Walther. Und damit Richard Wolff und seiner Frau Ruth die Geschichten nicht ausgehen, bekommt das Ehepaar heute zum quasi \u201e160. Geburtstag\u201c eine weitere Zugreise geschenkt. Zusammenhalt unter Lehrern und Sch&#252;lern, wie es ihn heute wohl nur noch sehr selten gibt.<\/p>\n<p><em>Erschien am 4. Februar 2008 in der Leipziger Volkszeitung.<\/em><\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.danielgrosse.com%2Fblog%2Flehrer-und-schueler-bis-ins-rentenalter-verbunden%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>\n<!-- google_ad_section_end -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klassentreffen finden in Leipzig fast in jeder Woche statt. Und jedes ist auf seine Weise besonders. Trotzdem kann man von dem heutigen Treffen behaupten, dass es ungew&#246;hnlich ist. Denn wenn heute Sch&#252;ler und Lehrer der ehemaligen 48. 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