{"id":1075,"date":"2008-02-29T12:15:12","date_gmt":"2008-02-29T11:15:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/2008\/02\/29\/600-000-foerdermittel-in-gefahr\/"},"modified":"2008-02-29T09:24:46","modified_gmt":"2008-02-29T08:24:46","slug":"600-000-foerdermittel-in-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/600-000-foerdermittel-in-gefahr\/","title":{"rendered":"600 000 F&#246;rdermittel in&nbsp;Gefahr"},"content":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/uploads\/wohnpark_1.jpg' alt='wohnpark_1.jpg' align='left' style='margin:0 10px 10px 0' \/>Taucha. Weil es in Tauchas \u201e&#214;kologischem Wohn- und Gewerbepark\u201c nicht wie geplant voran geht, zog der Stadtrat jetzt die Notbremse. In der Februar-Sitzung wurde die Beendigung der &#246;ffentlichen Erschlie&#223;ung beschlossen. Das hat wom&#246;glich weitreichende Folgen: Immerhin geht es um F&#246;rdermittel in H&#246;he von rund 460000 Euro, die jetzt an das Regierungspr&#228;sidium Leipzig zur&#252;ckgezahlt werden m&#252;ssten. Verantwortlich f&#252;r das Projekt an der B87, Am Steinbruch 2, ist Hans-Jochen Schneider. Der Gesch&#228;ftsf&#252;her der Umweltschutz- und Entsorgungsgesellschaft mbH &#038; Co. KG (UWE) will die R&#252;ckgabe der F&#246;rdermittel noch verhindern und seinen Verpflichtungen nachkommen.<\/p>\n<p>Um zu verstehen, was beschlossen wurde und worum es geht, ist ein R&#252;ckblick notwendig. Bereits im Jahr 1991 besch&#228;ftigten sich die Stadt Taucha und Schneider mit der Erschlie&#223;ung des Areals. Eine ruhige Wohngegend und ein Steinbruchsee direkt vor dem Haus schienen optimale Bedingungen zu sein, um private Bauherren zu finden. Dar&#252;ber hinaus sollte das davor befindliche Gewerbe-Gel&#228;nde an der B87 f&#252;r weitere Firmen attraktiv gemacht werden. \u201eWeil der Grund und Boden dort nicht der Stadt geh&#246;rt, war eine private Erschlie&#223;ung angedacht. Die zu bauenden Stra&#223;en sollten also nicht in das Eigentum der Kommune &#252;bergehen\u201c, erkl&#228;rt B&#252;rgermeister Holger Schirmbeck die Hintergr&#252;nde. Eine entsprechende Bebauungsplansatzung wurde erarbeitet, nach der an dieser Stelle die Erschlie&#223;ung h&#228;tte erfolgen k&#246;nnen.<\/p>\n<p>Allerdings kam es anders. <!--more--> \u201eProfessor Schneider trat 2002 an uns heran und sagte, die Situation habe sich ver&#228;ndert\u201c, so Schirmbeck. Nun strebten die angesiedelten Unternehmen eine Neuordnung des Standortes an. Unter anderem war es f&#252;r den Wohnpark n&#246;tig, dass die Stra&#223;en nun doch in die &#246;ffentliche Hand &#252;bergehen. Dieses &#196;nderungsvorhaben gelangte allerdings nicht zum Satzungsbeschluss, da einige technische Dinge nicht gekl&#228;rt werden konnten. \u201eDa ging es vor allem um die Abwasserentsorgung und die Oberfl&#228;chenentw&#228;sserung\u201c, erinnert sich das Stadtoberhaupt. Nachdem diese Probleme aus der Welt geschafft waren, nahm Taucha das Vorhaben am 13. Oktober 2005 wieder auf.<\/p>\n<p>Weil es sich nun um eine &#246;ffentliche Erschlie&#223;ung handelte, war die Stadtverwaltung in der Lage, daf&#252;r F&#246;rdermittel abzurufen. \u201eDiese sollten aber nicht an uns &#252;bergehen, weil wir nicht &#252;ber die Grundst&#252;cke verf&#252;gen. Unsere Aufgabe war es, die F&#246;rdermittel an die sich niederlassenden Unternehmen weiterzureichen und sicherzustellen, dass alle Bedingungen eingehalten werden\u201c, erl&#228;utert der B&#252;rgermeister. Diese Bedingungen waren unter anderem, dass sich nur f&#246;rderf&#228;higes Gewerbe niederl&#228;sst. \u201eIm Wesentlichen also produzierendes Gewerbe und Firmen, die auch &#252;berregional eine Bedeutung haben\u201c, sagt Schirmbeck. Ein Vertrag zwischen UWE und der Stadt Taucha regelte im M&#228;rz 2006 den Bezug der Mittel und die &#220;berwachung der F&#246;rderbedingungen.<\/p>\n<p>Im Laufe des Jahres 2007 teilte allerdings die zur UWE-Gruppe geh&#246;rende Fleck Containerdienst GmbH mit, ihren Gesch&#228;ftsbetrieb einstellen zu wollen. \u201ePl&#246;tzlich war die Situation wieder anders \u2013 wir wurden aufgeschreckt und bef&#252;rchteten, dass die Erschlie&#223;ung nicht wie geplant vorangetrieben werden kann\u201c, berichtet Schirmbeck. Vor allem die Abrechnung der F&#246;rdermittel war gef&#228;hrdet, da bis zu diesem Zeitpunkt \u2013 und bis heute \u2013 keine der Ma&#223;nahmen umgesetzt wurden. \u201eWir m&#252;ssen schlie&#223;lich sorgsam mit den &#246;ffentlichen Mitteln umgehen\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Nun ist die Stadtverwaltung in der Situation, dass sie gegen&#252;ber dem Regierungspr&#228;sidium erkl&#228;ren muss, wof&#252;r die bislang abgerufenen 460 000 von insgesamt 600 000 Euro verwendet werden sollen. \u201eUnd das k&#246;nnen wir nicht, da einfach nichts vorhanden ist\u201c, meint Schirmbeck. Auch sei nicht mehr gesichert, dass die Firmen, die sich 2005 ansiedeln wollten, &#252;berhaupt noch am Areal interessiert sind: \u201eUns ist kein Unternehmen bekannt, dass sich dort niederlassen will.\u201c Darum habe der Stadtrat entschieden, die &#246;ffentliche Erschlie&#223;ung vorerst zu stoppen. Risiko und Verantwortung seien einfach zu gro&#223;.<br \/>\nSchneider sieht die Sachlage ein wenig anders. \u201eJa, es gab Probleme, aber ich habe auch st&#228;ndig neue Zusicherungen gegen&#252;ber der Stadt gemacht. B&#252;rgschaften beispielsweise, die mittlerweile h&#246;her sind als die Kosten der Erschlie&#223;ung\u201c, verteidigt sich der 69-J&#228;hrige. F&#252;r den Unternehmer ist es wichtig, die Sache m&#246;glichst schnell und g&#252;tlich zu Ende zu bringen. \u201eIch bin doch in Taucha nicht irgendwer, ich habe doch schon so viel f&#252;r die Stadt getan. Jede Schwierigkeit ist eine M&#246;glichkeit zum Wachsen\u201c, sinniert er und entwickelte darum eine Idee, von der \u201ejeder etwas hat\u201c, wie er sagt. Gemeinsam mit einer Grundst&#252;cksgesellschaft aus Stuttgart setzt er sich f&#252;r eine Vermarktungsstrategie und ein privat aufgelegtes Finanzierungskonzept ein. Dieses k&#246;nne, so Schneider, nicht nur auf sein eigenes Gel&#228;nde, sondern auch auf das benachbarte st&#228;dtische und noch leer stehende Gewerbegebiet P&#246;nitzer Dreieck angewendet werden. Achim Teichmann, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der zust&#228;ndigen st&#228;dtischen Gesellschaften reagierte auf LVZ-Anfrage erstaunt: \u201eIch kenne die Pl&#228;ne nicht und w&#252;sste auch nicht, warum ich mit Professor Schneider &#252;ber das P&#246;nitzer Dreieck sprechen sollte.\u201c Auch Michael K&#246;nig, erster Beigeordneter der Stadt Taucha wei&#223; nichts von einer Einbeziehung des k&#252;nftigen Gewerbegebietes. \u201eDas hat ja mit dem vorliegenden Problem nichts zu tun\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Ein erstes positives Signal sieht Hans-Jochen Schneider mit dem diese Woche erfolgten Start von Erschlie&#223;ungsarbeiten. Am Steinbruch begannen die Kommunalen Wasserwerke mit ihren Arbeiten. Leitungen f&#252;r Trink- und Schmutzwasser sollen gelegt werden. Und auch die derzeit noch schlammigen Zufahrtswege zu den Einfamilienh&#228;usern sollen bis Jahresende der Vergangenheit angeh&#246;ren.<\/p>\n<p>Ob dies die F&#246;rdermittel rettet, wird sich zeigen. Heute wollen Stadtverwaltung und Regierungspr&#228;sidium dar&#252;ber sprechen. <\/p>\n<p><em>Erschien in der Leipziger Volkszeitung vom 29. Februar 2008.<\/em><\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.danielgrosse.com%2Fblog%2F600-000-foerdermittel-in-gefahr%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Taucha. 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