{"id":1117,"date":"2008-05-01T21:35:48","date_gmt":"2008-05-01T19:35:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/?p=1117"},"modified":"2018-03-31T12:18:10","modified_gmt":"2018-03-31T10:18:10","slug":"unendliche-geschichten-vom-schwarzen-berg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/unendliche-geschichten-vom-schwarzen-berg\/","title":{"rendered":"Unendliche Geschichten vom Schwarzen&nbsp;Berg"},"content":{"rendered":"\n<!-- google_ad_section_start -->\n<p>Taucha. Wenn jemand &#252;ber zweieinhalb Stunden zu einem Thema redet, kann man davon ausgehen, dass er sich ganz in seinem Element befindet. Wolfgang Rumpelt ist so einer. Der Vorsitzende des Leipziger Vereins f&#252;r Luftfahrt hatte dieser Tage in Tauchas Ratssaal geladen, um &#252;ber die Geschichte des Flugplatzes am Schwarzen Berg und die Luftfahrt im Leipziger Raum zu referieren. Der Einladung folgten etwa 25, zumeist &#228;ltere M&#228;nner. Zeitzeugen, die sich auf Fotos wiedererkannten, die Rumpelt per Projektor an eine Leinwand warf. Sein Vortrag bestand aus etlichen solcher Bilder und Dokumente, die er in \u201ejahrzehntelanger Kleinarbeit\u201c, wie er sagt, zusammentrug.<\/p>\n<p> Zu h&#246;ren gab es viel Interessantes. &#220;ber die Er&#246;ffnung des Segelfliegerlagers sagte Rumpelt: \u201eDas war am 31. Oktober 1931. N&#246;tig wurde das Lager, weil nur an den Wochenenden Fl&#252;ge durchgef&#252;hrt wurden und die Piloten aus dem weiten Umland Leipzigs kamen. Sie &#252;bernachteten im Lager und starteten am n&#228;chsten Morgen wieder.\u201c Aus Anlass der Er&#246;ffnung gab es eine Sternfahrt. \u201eMit etwa 500 Fahrzeugen\u201c, zeigte sich der Luftfahrtexperte begeistert. Jene Fahrzeuge verfolgten den Ballon \u201eLeipziger Messe II\u201c, der erstmals vom Schwarzen Berg startete. \u201eAlles was R&#228;der hatte, fuhr hinter dem Ballon her. Wer zuerst dem Fahrer die Hand sch&#252;ttelte, gewann einen Preis.\u201c<\/p>\n<p>Zur Vorkriegszeit geh&#246;rt auch die Macht&#252;bernahme durch die Nazis. Von der folgenden Gleichschaltung der Sportverb&#228;nde konnte Rumpelt ebenso berichten. \u201eAm 1. April 1933 gab es noch eine Jahreshauptversammlung, doch bereits am 7. Mai wurde der damalige Leipziger Verein f&#252;r Luftfahrt und Flugwesen aufgel&#246;st.\u201c Auf ihn folgte der Deutsche Luftsportverband und seine NSDAP-Ortsgruppen. \u201eDie waren straff organisiert, schlie&#223;lich war es erkl&#228;rtes Ziel G&#246;rings, das deutsche Volk zu einem Volk von Fliegern zu machen\u201c, erkl&#228;rte der 61-j&#228;hrige Rumpelt. Die Flieger-Ortsgruppe Taucha war dabei 1934 eine von dreien im Leipziger Land.<\/p>\n<p>Der St&#252;tzpunkt Schwarzer Berg wurde seinerzeit stetig ausgebaut. \u201eEnde Mai 1937 erfolgte der erste Spatenstich f&#252;r eine neue Segelflugzeughalle. Ziel war es, den Standort Taucha noch mehr als bisher f&#252;r die Schulung des fliegerischen Nachwuchses auszustatten. Neue, gr&#246;&#223;ere Hallen sollten entstehen\u201c, informierte Rumpelt. Ein Jahr sp&#228;ter verdichteten sich die Anzeichen f&#252;r einen Krieg. Entsprechend milit&#228;risch gewichtet waren die Nachrichten der Zeit. Am 1. April 1939 etwa, so schrieben die Leipziger Neuesten Nachrichten, wurden 89 Hektar Flur der Stadt Leipzig nach Mockau umgeflurt: Das Gel&#228;nde der sp&#228;teren Mitteldeutschen Motorenwerke (Mimo) und der Fliegerschule, die im Mai abgerissen wird (wir <a href=\"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/2008\/03\/31\/fliegerschule-wird-abgerissen\/\">berichteten<\/a>).<\/p>\n<p>Unter den Zuh&#246;rern war auch Fritz Bernd, ehemaliger Werkslehrling der Mimo. \u201eIch hab die Zeit komplett miterlebt, bin damals in Uniform auf Arbeit gegangen und auch geflogen\u201c, so der 80-j&#228;hrige Leipziger. \u201eDen Vortrag habe ich verfolgt, weil ich noch einmal die Historie h&#246;ren wollte. Es ist sch&#246;n, dass sich jemand so umfassend damit besch&#228;ftigt\u201c, meinte er.<\/p>\n<p>Seit 1990 erforscht Wolfgang Rumpelt die Geschichte der Fliegerei rund um Leipzig, sammelt jeden Schnipsel und jede Information, die er bekommen kann. Fr&#252;her war er Schlepp-Pilot in Taucha und auch ehrenamtlicher Motorflieger bei der Gesellschaft f&#252;r Sport und Technik (GST) in Mockau. Sein Traum ist ein Buch, in dem er alle Recherchen und Zeitdokumente ver&#246;ffentlichen kann. \u201eEs gibt zwar einige B&#252;cher, die dort enthaltenen Infos sind aber l&#252;ckenhaft und teilweise auch falsch.\u201c Bislang fehlt es laut Rumpelt an einem Verlag, der ernsthaftes Interesse hat. Einen Anlass f&#252;r ein Buch g&#228;be es: Den 80. Geburtstag des Flugplatzes Schwarzer Berg im September.<\/p>\n<p><em>Erschien am 30. April 2008 in der Leipziger Volkszeitung.<\/em><\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.danielgrosse.com%2Fblog%2Funendliche-geschichten-vom-schwarzen-berg%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>\n<!-- google_ad_section_end -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Taucha. Wenn jemand &#252;ber zweieinhalb Stunden zu einem Thema redet, kann man davon ausgehen, dass er sich ganz in seinem Element befindet. Wolfgang Rumpelt ist so einer. 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