{"id":1501,"date":"2009-01-16T12:42:37","date_gmt":"2009-01-16T11:42:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/?p=1501"},"modified":"2018-03-31T12:19:54","modified_gmt":"2018-03-31T10:19:54","slug":"senioren-verteilen-streicheleinheiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/senioren-verteilen-streicheleinheiten\/","title":{"rendered":"Senioren verteilen&nbsp;Streicheleinheiten"},"content":{"rendered":"<p>Taucha. Adama und Pici laufen ruhig durch den Raum, schnuppern hier, schauen da und wedeln freudig mit der Rute, wenn sie jemand ruft. Alltag f&#252;r die beiden H&#252;ndinnen, ungew&#246;hnlich und neu f&#252;r die Bewohner des DRK-Altenpflegeheims Am Veitsberg. Die beiden Ungarischen Vorsteherhunde sind am Mittwochnachmittag eigens f&#252;r die Senioren da. \u201eWir haben eine Firma aus Borsdorf eingeladen, die sich auf die Therapie mit Tieren spezialisiert hat\u201c, erkl&#228;rt Heimleiterin Ramona Springsguth. Jokerhund nennt sich das Unternehmen von Dan Ostberg und Tino Hentschel. \u201eWir bieten diese Dienstleistung seit sieben Jahren an, gehen vornehmlich in Altenheime oder Wachkoma-Zentren\u201c, so Dan Ostberg.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nSechs Hunde und einige Kaninchen setzen die Trainer ein. Die Magyar-Vizsla, wie die ungarische Rasse korrekt hei&#223;t, sind sehr lernbegierig und fordern regelrecht die geistige Arbeit. \u201eHier haben wir sie mit, um den Bewohnern die Angst zu nehmen und Vertrauen zu schaffen\u201c, sagt Tino Hentschel. Gelingen soll das unter anderem mit Belohnungsh&#228;ppchen. \u201eGeben Sie ihr ruhig eins\u201c, ermuntert Hentschel einen Mann im Rollstuhl. Vorsichtig legt er den kleinen Kauknochen auf die flache Hand. Adama beobachtet ihn ganz genau dabei und nimmt das St&#252;ckchen behutsam mit den Z&#228;hnen weg.<\/p>\n<p>\u201eOh, das w&#252;rde ich mir nie trauen, ich habe ganz sch&#246;n Angst\u201c, sagt eine Bewohnerin des Seniorenheims, die dem Mann gegen&#252;ber sitzt. \u201eMein Mann wollte fr&#252;her immer einen Hund, aber ich habe gesagt, dass ich dann ausziehe\u201c, l&#228;chelt sie. Respekt sei es, den sie den Tieren gegen&#252;ber bringt. \u201eIch w&#252;rde einem Tier darum auch nie etwas tun\u201c, so die Frau. Auch an die beiden Angora-Kaninchen, die Ostberg und Hentschel mitgebracht haben, traut sie sich nicht. Die langhaarigen, flauschigen Gesellen hocken friedlich in einem Meter Entferung auf dem Fu&#223;boden des Speiseraums. \u201eIch bin ganz zufrieden, dass sie da sind, n&#228;her m&#252;ssen sie gar nicht kommen\u201c, sagt sie mit skeptischem Blick. <\/p>\n<p>Eine andere Seniorin dagegen ist sehr vertraut mit Tieren. \u201eIch hatte fr&#252;her selbst Kaninchen, dazu noch Schafe und Ziegen. Darum freue ich mich sehr &#252;ber die heutige Abwechslung.\u201c Und auch Bewohnerin Waltraud Heschler, die M&#252;he hat, das gro&#223;e, wuschlige Kaninchen zu halten, bekommt gar nicht genug von den Tieren und bescheinigt am Ende der Streichelstunde: \u201eDas war ein gelungener Nachmittag.\u201c<\/p>\n<p>F&#252;r Leiterin Ramona Springsguth geht es um die Besch&#228;ftigung der Senioren mit etwas Neuem. \u201eSie erinnern sich an ihre Haustiere, erz&#228;hlen ihren Verwandten von dieser Begegnung und haben auch untereinander ein neues Gespr&#228;chsthema. Zus&#228;tzlich h&#228;ngen wir Fotos im Haus auf, damit sie sich noch lange daran erinnern k&#246;nnen\u201c, erkl&#228;rt sie. Eine Wiederholung sei nicht ausgeschlossen, meinen auch Dan Ostberg und Tino Hentschel. \u201eDenkbar w&#228;re ein Motivationstraining. Wer mag, k&#246;nnte einen Hindernis-Parcour f&#252;r die Hunde aufbauen und sie trainieren, diesen zu absolvieren\u201c, so Ostberg. Ob die Arbeit mit den Tieren auch wirklich therapeutischen oder p&#228;dagogischen Effekt f&#252;r die Senioren hat, wisse er nicht. \u201eIm Altenbereich gibt es noch keine Forschungsergebnisse. Man wei&#223; aber, dass speziell im Kinder- und Jugendbereich sowie bei Sprach- und H&#246;rgesch&#228;digten  sich die Befindlichkeiten bessern. Die Klienten werden aufgeweckter und redseliger\u201c, sagt er. Gro&#223;e Ziele h&#228;tten die Unternehmer nicht definiert. \u201eEs geht nicht immer um besondere Ergebnisse, die kleinen Ziele reichen auch. Dass man wieder ein Thema hat, sich erfreut an den Tieren\u201c, meint Hentschel. Meilensteine, die an diesem Nachmittag allemal erreicht wurden.<\/p>\n<p><small>Erschien am 16. Januar 2009 in der Leipziger Volkszeitung.<\/small><\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.danielgrosse.com%2Fblog%2Fsenioren-verteilen-streicheleinheiten%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Taucha. Adama und Pici laufen ruhig durch den Raum, schnuppern hier, schauen da und wedeln freudig mit der Rute, wenn sie jemand ruft. Alltag f&#252;r die beiden H&#252;ndinnen, ungew&#246;hnlich und neu f&#252;r die Bewohner des DRK-Altenpflegeheims Am Veitsberg. 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