{"id":1553,"date":"2009-02-15T23:49:55","date_gmt":"2009-02-15T22:49:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/?p=1553"},"modified":"2009-02-26T12:24:21","modified_gmt":"2009-02-26T11:24:21","slug":"taucha-senkt-strassenausbaubeitraege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/taucha-senkt-strassenausbaubeitraege\/","title":{"rendered":"Taucha senkt&nbsp;Stra&#223;enausbaubeitr&#228;ge"},"content":{"rendered":"<p>Taucha. Seit mehreren Jahren besch&#228;ftigt Tauchas Stadtrat ein Wortkonstrukt, das es in sich hat. Am Donnerstagabend nun stand der \u201eBeschluss der Satzung &#252;ber die Erhebung von Beitr&#228;gen f&#252;r stra&#223;enbauliche Ma&#223;nahmen der Stadt Taucha\u201c, oder kurz: die Stra&#223;enausbaubeitragssatzung, zur Abstimmung.<\/p>\n<p>Das Thema ist hochsensibel und insofern hatte B&#252;rgermeister Holger Schirmbeck (SPD) eigentlich mehr interessierte Tauchaer erwartet, die der Stadtratssitzung folgen w&#252;rden. Doch die Besucherpl&#228;tze waren nicht mehr gef&#252;llt als bei anderen Sitzungen auch. Daf&#252;r bezeichnete er die Zahl der anwesenden Stadtr&#228;te als \u201erekordverd&#228;chtig\u201c. Nur einer der 23 Mitglieder fehlte \u2013 Falk Porzig (CDU) lie&#223; sich entschuldigen. Die Beschlussf&#228;higkeit war also locker erreicht und darum bat Schirmbeck auch, \u201enach der umfangreichen T&#228;tigkeit der vergangenen Jahre nun zum Ab- und Beschluss zu kommen.\u201c<br \/>\n<!--more--><br \/>\nZur Abstimmung lag die Senkung der Beitragsprozents&#228;tze von jetzt 75 auf 30 Prozent bei Anliegerstra&#223;en, von 50 auf 20 Prozent bei Haupterschlie&#223;ungsstra&#223;en sowie von 25 auf zehn Prozent bei Hauptverkehrsstra&#223;en. Stadtrat Ulrich Gr&#252;neisen (CDU) stellte jedoch den Antrag, die S&#228;tze auf 55, 35 und 15 Prozent festzulegen. Als Gr&#252;nde nannte er die instabile Einnahmesituation bei der Gewerbesteuer, die Auswirkungen der Finanzkrise und etwaige Beschwerden der Kommunalaufsicht. Zudem w&#252;rde die Pro-Kopf-Verschuldung der Stadt ansteigen. Au&#223;erdem bef&#252;rchte er eine Reduzierung von Leistungen, etwa beim Zuschuss f&#252;r Vereine oder f&#252;r das Schulwesen. Das im Laufe der Diskussion &#252;ber die Beitragsh&#246;he immer wiederkehrende Argument der Anwohner, bei mangelnder Zahlungsf&#228;higkeit an den Rand der Existenz gedr&#228;ngt zu werden, lie&#223; er nicht gelten. \u201eDas ist f&#252;r mich nicht erkennbar\u201c, sagte Gr&#252;neisen. Sein Fraktionskollege Ralph Nietzschmann stellte daraufhin den Antrag, die Satzung ersatzlos zu streichen, die B&#252;rger also von einer Beitragspflicht zu befreien. \u201eDiese Satzung ist zutiefst ungerecht, sie ber&#252;cksichtigt nicht den Zustand der Stra&#223;en, bringt keine Werterh&#246;hung der Immobilien und unterstellt automatisch die Zahlungsf&#228;higkeit des Eigent&#252;mers\u201c, verlas er seinen Antrag, worauf verhaltener Applaus aus den Reihen der anwesenden B&#252;rger folgte. Thomas Kind (Die Linke) nannte dies einen \u201ek&#252;hnen Sprung\u201c Nietzschmanns. Beide Antr&#228;ge von Gr&#252;neisen und Nietzschmann wurden aber mehrheitlich abgelehnt. Die eigentliche Sitzungsvorlage fand bei 13 Stadtr&#228;ten die Zustimmung, neun stimmten dagegen. Somit war die Stra&#223;enausbaubeitragssatzung mit den Prozents&#228;tzen 30, 20 und zehn eine beschlossene Sache.<\/p>\n<p>Michael Gras, Sprecher der B&#252;rgerinitiative Engelsdorfer Stra&#223;e, zeigte sich vorsichtig zufrieden. \u201eF&#252;r uns gab es nur das Ziel der Abschaffung der Satzung. Insofern ist der heutige Beschluss nicht ganz zufrieden stellend, ergibt aber dennoch eine positive Situation\u201c, sagte er. Gras dankte B&#252;rgermeister Schirmbeck im Anschluss an die Sitzung f&#252;r die \u201ejahrelange konstruktive Zusammenarbeit\u201c, machte aber auch deutlich, dass es nun immer noch Anwohner gebe, die benachteiligt w&#252;rden. \u201eLetztlich kann man die Satzung drehen, wie man will. Ungerecht wird sie immer sein.\u201c<\/p>\n<p><em>Erschien am 14.02.2009 in der Leipziger Volkszeitung.<\/em><\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.danielgrosse.com%2Fblog%2Ftaucha-senkt-strassenausbaubeitraege%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Taucha. Seit mehreren Jahren besch&#228;ftigt Tauchas Stadtrat ein Wortkonstrukt, das es in sich hat. Am Donnerstagabend nun stand der \u201eBeschluss der Satzung &#252;ber die Erhebung von Beitr&#228;gen f&#252;r stra&#223;enbauliche Ma&#223;nahmen der Stadt Taucha\u201c, oder kurz: die Stra&#223;enausbaubeitragssatzung, zur Abstimmung. 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