{"id":2600,"date":"2010-12-08T09:47:58","date_gmt":"2010-12-08T08:47:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/?p=2600"},"modified":"2010-12-08T09:48:00","modified_gmt":"2010-12-08T08:48:00","slug":"besser-als-sein-ruf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/besser-als-sein-ruf\/","title":{"rendered":"Besser als sein&nbsp;Ruf"},"content":{"rendered":"<p><em>F&#252;r das November-Heft des Magazins WERTE der Sachsen Bank habe ich wieder die lokale Titelstory beigetragen. Ausz&#252;ge daraus gibt es hier, das Heft bei der Sachsen Bank zu bestellen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Ostdeutschland hat ein Imageproblem. Mit fatalen Folgen f&#252;r die Gewinnung qualifizierter F&#252;hrungskr&#228;fte. Dabei resultiert der schlechte Ruf meistens aus falschen Informationen.<\/strong><\/p>\n<p>Die neuen Bundesl&#228;nder k&#228;mpfen auch zwei Jahrzehnte nach der politischen Wende mit einem Imageproblem. Im Juli dieses Jahres bescheinigte das Institut f&#252;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Ostdeutschland zwar ein Wachstum der Produktivit&#228;t. Allerdings liege die bei gerade einmal 70 Prozent des Westniveaus. Der Angleichungsprozess sei noch nicht abgeschlossen, es gebe nach wie vor Defizite bei der Wirtschaftsleistung, stellte die Studie der Forschungseinrichtung der Bundesagentur f&#252;r Arbeit klar. <!--more-->Hauptgrund sei der strukturelle Nachteil der Region. Im Osten der Republik gebe es nur einen relativ kleinen Industriesektor und nur wenige wirtschaftlich erfolgreiche Gro&#223;unternehmen. Die Untersuchung fasst auf beeindruckende Weise das Bild zusammen, das heute noch viele Bundesb&#252;rger in den alten L&#228;ndern vom Osten zeichnen: alt, heruntergekommen, unproduktiv.<\/p>\n<p><strong>Gr&#252;ne Industrieregionen<\/strong><br \/>\nDabei k&#246;nnen auch Hochburgen der chemischen Industrie durchaus ihre Reize haben, wie Christian Schleicher, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer von Bayer Bitterfeld erkl&#228;rt. Der Manager ist seit Anfang Januar 2009 in Sachsen-Anhalt t&#228;tig. F&#252;r ihn ist es die erste deutsche Station als F&#252;hrungskraft. \u201eIch war bislang in S&#252;damerika und Asien t&#228;tig. Doch mein Traum war immer Deutschland als Lebensmittelpunkt\u201c, sagt er. Was er h&#246;rte, war aber nur wenig einladend. \u201eDie Region ist voller Schmutz und das Umfeld ist nicht lebenswert\u201c, zitiert Schleicher Bekannte, die von seinem Vorhaben h&#246;rten. Trotzdem wagte er den Schritt. \u201eBitterfeld ist f&#252;r Bayer strategisch wichtig und einer der modernsten Standorte. Das ist eine Position, zu der ich nicht ,nein\u2019 sagen konnte\u201c, begr&#252;ndet der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer seinen Entschluss. Ein Entscheidung, die ihn nicht entt&#228;uschen sollte. \u201eWas ich hier vorgefunden habe, hat mich absolut fasziniert. Ich konnte meinen Augen kaum trauen und habe mich gefragt, was mir da erz&#228;hlt wurde\u201c, erinnert er sich. Er habe Bitterfeld als gr&#252;ne Industrieregion erlebt. \u201eKultur, Infrastruktur und professionelle und zuverl&#228;ssige Mitarbeiter haben mich &#252;berzeugt. Zudem setzt die Anlage von Bayer hier Ma&#223;st&#228;be, was den Umweltschutz angeht\u201c, z&#228;hlt Schleicher weiter auf. Schnell verstand er, dass das Negativimage nur auf H&#246;rensagen basierte. \u201eDiejenigen, die mir von der Region abrieten, waren noch nicht einmal hier. Ich lade seitdem alle ein, die interessante Stadt Bitterfeld zu besuchen und ihre &#252;ber 100-j&#228;hrige Industriegeschichte kennen zu lernen\u201c, so Christian Schleicher.<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p>Wie schwer es ist, selbst beim eigenen Nachwuchs ein positives Image aufzubauen, zeigt eine repr&#228;sentative Umfrage des Wirtschaftsministeriums Mecklenburg-Vorpommern. Die Studie an Schulen ergab im M&#228;rz dieses Jahres eine ern&#252;chternde Bilanz: Sch&#252;ler und Lehrer sch&#228;tzen die Ausbildungs- und Berufsaussichten au&#223;erhalb des Bundeslandes weitaus besser ein. \u201eDabei sind die Chancen so gut wie nie zuvor\u201c, unterstreicht Rolf Paarmann, Hauptgesch&#228;ftsf&#252;hrer der IHK zu Rostock. Und Wirtschaftsminister J&#252;rgen Seidel f&#252;gt hinzu: \u201eEs ist nicht schlimm, wenn talentierte junge Menschen ihre Zukunft in der Welt suchen. Schlimm ist nur, wenn Sch&#252;ler nicht um die Erfolge innovativer Branchen wie der Bio- und Umwelttechnologie im eigenen Land wissen.\u201c<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.danielgrosse.com%2Fblog%2Fbesser-als-sein-ruf%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F&#252;r das November-Heft des Magazins WERTE der Sachsen Bank habe ich wieder die lokale Titelstory beigetragen. Ausz&#252;ge daraus gibt es hier, das Heft bei der Sachsen Bank zu bestellen. Ostdeutschland hat ein Imageproblem. Mit fatalen Folgen f&#252;r die Gewinnung qualifizierter F&#252;hrungskr&#228;fte. 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