{"id":3132,"date":"2012-06-27T14:50:14","date_gmt":"2012-06-27T12:50:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/?p=3132"},"modified":"2018-03-31T12:23:16","modified_gmt":"2018-03-31T10:23:16","slug":"vorbei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/vorbei\/","title":{"rendered":"Vorbei."},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/uploads\/schlecker_1.jpg\" alt=\"\" title=\"Schlecker\" width=\"400\" height=\"236\" class=\"alignleft size-full wp-image-3133\" srcset=\"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/uploads\/schlecker_1.jpg 400w, https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/uploads\/schlecker_1-300x177.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><br clear=\"all\" \/><\/p>\n<p>Heute um 15 Uhr schlie&#223;en die letzten Schlecker-Filialen. Als sozusagen &#8222;pers&#246;nlich Betroffener&#8220; (meine Frau arbeitete fast 15 Jahre dort) empfinde ich keine Schadenfreude. <\/p>\n<p>Knapp 15 Jahre kam das Gehalt meiner Frau p&#252;nktlich zum Monatsletzten. Egal, ob der Tag ein Sonnabend war. War er ein Sonntag, war das Geld meist Freitags da. Knapp 15 Jahre war Schlecker f&#252;r meine Frau ein Arbeitgeber, wie es wohl noch Tausende andere &#8222;da drau&#223;en&#8220; gibt. Einer, f&#252;r den man vielleicht nicht die Hand ins Feuer legte. Aber einer, der immer Wort hielt, wenn&#8217;s drauf ankam. Die Aufstiegschancen waren gegeben. Der Urlaub war reichlich. Das Gehalt &#252;ppig. Oder wer verdient als Verk&#228;uferin heute 14 Euro die Stunde? Sicher, das basierte auf den Jahren der Betriebszugeh&#246;rigkeit und war tariflich bedingt. Ein Tarif, den ver.di ausgehandelt hat. Und der Schlecker am Ende das Genick gebrochen hat. Ja, die hohen Geh&#228;lter waren am Ende sicher auch ein Grund daf&#252;r, dass Schlecker Insolvenz anmelden musste. Eine Insolvenz, die durch Misswirtschaft ausgel&#246;st und durch Skandale befeuert wurde. In Folge blieben die Kunden aus, w&#228;hrend laufende Kosten nicht weniger wurden. <\/p>\n<p>Das Ende w&#228;re vermeidbar gewesen. Wie oft haben wir leere Regale gesehen, wie oft war Angebotsware einfach nicht da. Wie oft lieferte das Lager nicht das, was die Verkaufsstellen bestellten. Dazu kam der teils merkw&#252;rdige Umgang mit Personal. Ich erinnere mich an Bezirksleiterinnen, die Sonnabends hinter den fast raumhohen Regalw&#228;nden versteckt wurden, um von dort die Mitarbeiterinnen beobachten zu k&#246;nnen. Au&#223;erdem gab es Mutma&#223;ungen, Nachts w&#252;rde die Kasse derart manipuliert, dass am n&#228;chsten Morgen Differenzen beim Wechselgeld zustande kamen. Insgesamt jedoch &#252;berwiegen die positiven Erinnerungen. So schwarz, wie es in den Medien in den vergangenen Jahren gemalt wurde, stellte sich das Angestelltenverh&#228;ltnis bei Schlecker f&#252;r meine Frau nicht dar.<\/p>\n<p>Seit Anfang April bereits hat sie eine neue Stelle, den rechtzeitigen Absprung von Schlecker ohne Verluste geschafft. Den ab heute freigestellten Mitarbeitern w&#252;nsche ich einen ebenso schnellen und reibungslosen Wechsel. Der Familie Schlecker irgend etwas zu w&#252;nschen, ist wohl zwecklos und nicht angebracht. Wer sich jahrelang bereichert hat, vor einer drohenden Insolvenz 2008, 2009 und 2011 private Verm&#246;gen umverteilt hat, damit sie nicht in die Insolvenzmasse fallen, verdient keine guten W&#252;nsche. Vielleicht nur Mitleid.<\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.danielgrosse.com%2Fblog%2Fvorbei%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute um 15 Uhr schlie&#223;en die letzten Schlecker-Filialen. Als sozusagen &#8222;pers&#246;nlich Betroffener&#8220; (meine Frau arbeitete fast 15 Jahre dort) empfinde ich keine Schadenfreude. Knapp 15 Jahre kam das Gehalt meiner Frau p&#252;nktlich zum Monatsletzten. Egal, ob der Tag ein Sonnabend war. War er ein Sonntag, war das Geld meist Freitags da. 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