{"id":3699,"date":"2010-08-05T23:16:03","date_gmt":"2010-08-05T21:16:03","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.lvz-online.de\/grossesnetz\/?p=335"},"modified":"2026-05-18T07:54:07","modified_gmt":"2026-05-18T05:54:07","slug":"the-day-after-blumenkuebel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/the-day-after-blumenkuebel\/","title":{"rendered":"The Day After&nbsp;#Blumenk&#252;bel"},"content":{"rendered":"<p>Bereits am Dienstag hatte die M&#252;nstersche Zeitung von dem unglaublichen Vorgang geschrieben: Am Antoniusstift in Neuenkirchen wurde ein Blumenk&#252;bel umgesto&#223;en und dadurch zerst&#246;rt. Ein gro&#223;er. F&#252;r 150 Euro. Gef&#252;llt mit Erde. Und einem Buchsbaum. Und nat&#252;rlich hatte mal wieder niemand etwas gesehen. Es sollte bis Donnerstag dauern, bis die anf&#228;ngliche Sprachlosigkeit aufgrund des rabiaten Vorgehens allm&#228;hlich wich. Was dann bei Twitter losgetreten wurde, war gewaltig. Pl&#246;tzlich war der Bl&#252;menk&#252;bel in aller Munde. Ein Beweis f&#252;r die Multiplikationsf&#228;higkeit von Twitter &#8211; selbst bei solch grotesken Themen.<\/p>\n<p>\n<!--more--><br \/>\nOb es nun an dem unfreiwillig komischen Stil der Meldung lag oder an der vermeintlichen Banalit&#228;t des Themas, vermag wohl niemand mehr zu sagen. Jedenfalls setzte am Donnerstag Vormittag dieser kreative Schaffungsprozess ein, den ich an Twitter so liebe. Aktuelle Ereignisse wie das BP-Bohrloch oder der Urlaub der Kanzlerin wurden mit der Sachbesch&#228;digung in Verbindung gebracht. Und auch Bill Gates und Steve Jobs mussten dran glauben. Das sind nur einige der wohl <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/netz\/netzkultur\/artikel\/1\/blumenkuebel-wird-twitter-star\/\">tausendfach produzierten<\/a> Tweets, die immer wieder retweetet wurden. So lange, bis #blumenk&#252;bel bei Twitter zum &#8222;trending topic&#8220; wurde, also zum angesagten Thema. Bis auf Platz 4 weltweit schob sich der zerbrochene Krug aus Neuenkirchen angeblich nach vorn. Weltweit wunderten sich Twitter-Nutzer, was die Krauts nun schon wieder meinten mit #blumenk&#252;bel. Auf CNN allerdings schaffte es die Nachricht dann <a href=\"http:\/\/www.bildblog.de\/21084\/kuebel-mitgespielt\/\">doch nicht<\/a>. <\/p>\n<p>Ein solcher <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1280984077476\/Reissack-20-Blumenkuebel-als-Trending-Topic\">Hype<\/a> wegen eines Blumenk&#252;bels. Mich interessierte: Wusste die Autorin davon? Wusste sie, was da gerade in einem Teil des Internets abging? W&#252;rde sie Gratulationen annehmen? Ich konnte es nicht erfahren. Wohl aber <a href=\"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/2010\/08\/05\/die-sache-mit-dem-blumenkuebel\/\">mit einem ihrer Vorgesetzten sprechen<\/a>. Und ich erfuhr: Die Autorin ist Praktikantin, unternahm in dieser Woche ihre ersten journalistischen Gehversuche. Und schie&#223;t mit ihrer banalen Geschichte gleich am zweiten Praktikumstag unfreiwillig solch einen Vogel ab. Die Redaktion sch&#252;tzt sie und antwortet f&#252;r sie. Was man wohl zu respektieren hat, zumal sie heute Mittag bereits im Wochenende war. <\/p>\n<p>Die M&#252;nstersche Zeitung reagierte schnell und blieb den ganzen Tag am Thema. Nach meinem Anruf, der die Kollegen von der gerade im Entstehen befindlichen K&#252;bel-Welle informierte, bauten sie einen neuen Beitrag, in dem sie den Sachverhalt erkl&#228;rten. Und f&#252;r die <strike>Bewohner des Antoniusstifts<\/strike> &#228;lteren Leser erkl&#228;rten sie gleich noch, was das ist, dieses Social Web. Etwas sp&#228;ter wurde die Geschichte erneut weitergedreht: Der Pflegeleiter bekundete: &#8222;Wir wollten einen solchen Hype nicht ausl&#246;sen.&#8220; Was man ihm gern glaubt. Solch einen Hype kann man schlecht planen. Das geht nur, wenn &#8222;alle&#8220; mitmachen und ihre Kreativit&#228;t und eine Menge Herzblut in diese verr&#252;ckte Sache stecken.<\/p>\n<p>Und Kreativit&#228;t gibt es im Netz. Selbst Unternehmen h&#228;ngten sich mit ihren Twitter-Accounts an die K&#252;belgeschichte. Unter anderem der Versender Otto und die Sparkasse beweisen Humor. Und die eilig eingerichtete <a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/#!\/pages\/Blumenkubel\/140685062628481?ref=ts\">Facebook-Seite<\/a> des inzwischen entsorgten K&#252;bels sammelt weiterhin flei&#223;ig D&#228;umchen.<\/p>\n<p>Auch bei Youtube gibt&#8217;s was zum Blumenk&#252;bel. Beispielsweise eine dramatisierte Lesefassung des Original-Beitrages:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"750\" height=\"422\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/wPJtkPb5mRg?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Und ein Bekennervideo der Gruppe &#8222;Free the flowers&#8220;, die sich f&#252;r den Anschlag verantwortlich macht:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"750\" height=\"422\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/NL13hsbY_8U?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Insgesamt keine Geschichte, &#252;ber die man informiert gewesen sein muss. Aber eine Geschichte, die unterhaltsam war und abermals die &#8222;Macht&#8220; von Twitter bewies. Und die <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/wdraktuell\/sendungsbeitraege\/2010\/kw31\/0805\/blumenkuebel_04.jsp\">im WDR-Fernsehen gezeigt<\/a> wurde und wohl ab morgen in s&#228;mtlichen Vortr&#228;gen und Workshops &#252;ber Social Media zu h&#246;ren sein wird. Danke, Internet.<\/p>\n<p>Happy End der Geschichte: Ein Unternehmen aus W&#252;rzburg will zwei neue Blumenk&#252;bel f&#252;r das Altenheim locker machen. Das widerum finde ich so prima, dass ich mich frage, warum die M&#252;nstersche Zeitung nicht den Namen dieses Unternehmens nennt. <\/p>\n<p><strong>Update:<\/strong> Worauf nat&#252;rlich noch unbedingt hingewiesen werden muss, ist der <a href=\"http:\/\/www.coffeeandtv.de\/2010\/08\/05\/blumenkubel\/\">Blumenk&#252;bel-Song<\/a> von Lukas Heinser. <\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.danielgrosse.com%2Fblog%2Fthe-day-after-blumenkuebel%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits am Dienstag hatte die M&#252;nstersche Zeitung von dem unglaublichen Vorgang geschrieben: Am Antoniusstift in Neuenkirchen wurde ein Blumenk&#252;bel umgesto&#223;en und dadurch zerst&#246;rt. 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