{"id":371,"date":"2007-01-24T09:51:36","date_gmt":"2007-01-24T08:51:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/2007\/01\/24\/studentinnen-vermitteln-europawissen\/"},"modified":"2007-01-24T09:52:59","modified_gmt":"2007-01-24T08:52:59","slug":"studentinnen-vermitteln-europawissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/studentinnen-vermitteln-europawissen\/","title":{"rendered":"Studentinnen vermitteln&nbsp;Europawissen"},"content":{"rendered":"<p>Am Montag stand in vielen deutschen Schulen das Thema Europa auf dem Lehrplan. So auch am Geschwister-Scholl-Gymnasium. W&#228;hrend in einigen St&#228;dten hochrangige Politiker zu den Sch&#252;lern kamen, waren es in Taucha wenigstens politisch Interessierte Studenten.<\/p>\n<p>Dorothea Mladenova und Hana Hlaskova vom Europahaus Leipzig waren zu Gast, um die Penn&#228;ler f&#252;r das Thema Europa zu sensibilisieren. \u201eWir wollen hier keine Meinungen vermitteln sondern aufkl&#228;ren und zeigen, welche Probleme es auf einem Weg in ein gemeinsames Europa noch gibt\u201c, so Dorothea Mladenova, die eigentlich Japanologie studiert. Das Interesse f&#252;r die EU-Problematik kommt bei ihr und Hana Hlaskova nicht von ungef&#228;hr: Dorothea ist Bulgarin, Hana stammt aus Tschechien.<!--more--><\/p>\n<p>Mit einer elften Klasse f&#252;hrten die jungen Frauen eine Debatte &#252;ber die Beitrittsverhandlungen mit der T&#252;rkei. Dabei spaltete sich die Klasse in zwei Lager: Pro und Contra. \u201eWir haben das vorher festgelegt, wer die Pro- und wer die Contra-Position vertreten soll. Wir wollen auf diese Weise eine Debatte zwischen den beiden Parteien erreichen\u201c, so Dorothea Mladenova. Am Ende mussten die verblieben Sch&#252;ler abstimmen, auf welche Seite sie sich stellen. Zuvor wurde allerdings ein Eid geschworen. Um Unabh&#228;ngigkeit und nicht pers&#246;nliche &#220;berzeugung solle es gehen. <\/p>\n<p>Die Debatten zu Fragen der Religion, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Wohlstand und Wirtschaft sowie Bev&#246;lkerungszahl geriet allerdings immer wieder ins Stocken. Zwar hatten die Sch&#252;ler einige Argumente auf ihren Handzetteln stehen \u2013 eine kontroverse Diskussion entstand aber nicht. So wusste mancher, nachdem alle Argumente vorgetragen waren, nicht, wem er nun zustimmen sollte. Birthe Gr&#252;neisen beispielsweise vermisste in Fragen der Bev&#246;lkerungszahl und des daraus resultierenden politischen Einflusses der T&#252;rkei echte Fakten. \u201eSo richtig &#252;berzeugend war keine Seite\u201c, befand sie.<\/p>\n<p>Vorkenntnisse in Sachen EU hatten die Sch&#252;ler bereits. \u201eIm Gesellschaftskundeunterricht kam so was mal dran. Das war aber schon letztes Jahr, darum ist es gut, dass das noch mal aufgefrischt wird\u201c, meinte Marius Zsch&#228;misch. Insgesamt bescheinigten die Entsendeten des Europahauses den Sch&#252;lern aber eine gute Note. \u201eDie sind interessiert, fragen nach und bringen bereits viel Wissen mit\u201c, so Hana Hlaskova. Dass die Frage nach dem EU-Beitritt der T&#252;rkei am Ende bei den Gymnasiasten eindeutig mit Contra beantwortet wurde, &#252;berraschte die Politikinteressierten aber nicht. \u201eDas ist ja auch die landl&#228;ufige Meinung in der Bev&#246;lkerung.\u201c<\/p>\n<p>Bei der anschlie&#223;enden Doppelstunde mit den Teilnehmern des Geschichtsleistungskurses wurde die Problematik einer gemeinsamen EU-Verfassung behandelt. Dabei ging es um Themen wie EU-weite Normen oder Grenzkontrollen. Selbst f&#252;r Geschichtslehrer Michael Wagner war vieles noch Neuland. \u201eSicherlich wei&#223; man so die groben Dinge, die man jeden Tag in den Nachrichten h&#246;rt, aber jedes Detail ist nicht bekannt. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum viele Menschen Skepsis haben vor einer Erweiterung der EU und der Europ&#228;ischen Gemeinschaft insgesamt\u201c, so der P&#228;dagoge.<\/p>\n<p>Und so waren Dorothea und Hana am Ende froh, im 50. Jahr der europ&#228;ischen Verfassung einen kleinen Beitrag zur Verst&#228;ndigung beigetragen zu haben.<br \/><em><br \/>Erschien am 24.01.2007 in der Leipziger Volkszeitung.<\/em><\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.danielgrosse.com%2Fblog%2Fstudentinnen-vermitteln-europawissen%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Montag stand in vielen deutschen Schulen das Thema Europa auf dem Lehrplan. So auch am Geschwister-Scholl-Gymnasium. W&#228;hrend in einigen St&#228;dten hochrangige Politiker zu den Sch&#252;lern kamen, waren es in Taucha wenigstens politisch Interessierte Studenten. 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