{"id":3718,"date":"2010-11-07T15:18:37","date_gmt":"2010-11-07T14:18:37","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.lvz-online.de\/grossesnetz\/?p=485"},"modified":"2018-03-31T12:28:10","modified_gmt":"2018-03-31T10:28:10","slug":"es-geht-weiter-vorerst-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/es-geht-weiter-vorerst-online\/","title":{"rendered":"Es geht &#8222;weiter&#8220; &#8211; vorerst&nbsp;online"},"content":{"rendered":"<p>Die Leipziger 2Wochenzeitung &#8222;weiter&#8220; existiert nicht mehr. Zumindest nicht als Druckerzeugnis. Denn mit &#8222;weiter&#8220; geht es vorerst nur online weiter. Ein Abschied auf Raten? Nein, sagen der bisherige Chefredakteur Jonathan Fasel und die neuen Verantwortlichen. Auch habe die Einstellung des Print-Titels nichts mit der Medienkrise zu tun. Vielmehr sei es eine bewusste Entscheidung gewesen, die auch von Flexibilit&#228;t zeuge.<\/p>\n<p>Im Oktober 2009 <a href=\"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/2009\/10\/29\/wir-wollen-aufmischen\/\">traf ich mich<\/a> mit Jonathan Fasel, Journalistik- und Politikwissenschaftsstudent im Leipziger Spizz. Eine Zeitung wollen er und einige Kollegen rausbringen. Eine Wochenzeitung f&#252;r Leipzig mit tiefgr&#252;ndig recherchierten Geschichten. Eine Erg&#228;nzung zu bereits etablierten Tages- und Wochenmedien der Stadt, keine Konkurrenz. Ein viel versprechendes Konzept &#8211; und eine Aufgabe, die erhebliche personelle Ressourcen bindet. Zu viele. Ab der dritten Ausgabe wurde aus der Wochen- bereits eine 2Wochenzeitung.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nEin Jahr sp&#228;ter sitzen wir wieder im Spizz. &#8222;Die Ausgabe Nummer 27 ist die letzte, die erscheint, wir stellen also unsere Printfassung ein und werden eine Online-Zeitung&#8220;, sagt er. Wehmut ist aus seinen Augen nicht abzulesen. &#8222;Es war eine bewusste Entscheidung, die einfache Gr&#252;nde hat: Ich bin fertig mit dem Studium, will mich der beruflichen Karriere widmen und verlasse das Team. Mein Partner Dirk Stascheit, der sich um Vertrieb und Website k&#252;mmerte, nimmt sich aus dem gleichen Grund zur&#252;ck&#8220;, erkl&#228;rt er weiter. Die Verantwortung werde nun an neue K&#246;pfe &#252;bergeben. &#8222;Es sind aber keine komplett neuen K&#246;pfe, sondern zum Teil Mitgr&#252;nder oder Autoren, die den Gr&#252;ndungsprozess miterlebt und mitgestaltet haben&#8220;, so Fasel.<\/p>\n<p>Und: Sie sind alle weiblich. Franziska Gaube, Ethnologie-Studentin, Ute K&#246;nig, Journalistik-Studentin, Claudia La&#223;lop, freie Journalistin und Studentin Dorothea Hecht bilden k&#252;nftig eine Art Konsortium aus Chefredakteuren, die &#8222;aber nicht so hei&#223;en&#8220;, wie Franziska Gaube erkl&#228;rt: &#8222;Wir sind alles gleichberechtigte Autoren, ohne Hierarchien&#8220;, sagt sie weiter. Die Konzentration auf eine reine Online-Ausgabe ihrer Artikel erkl&#228;rt Ute K&#246;nig: &#8222;Wir wollen recherchieren und schreiben und unsere Energie nicht durch Vertrieb und Werbung vergeuden. W&#252;rden wir das tun, w&#252;rden wir drei Autoren verlieren.&#8220;<\/p>\n<p><br clear=\"all\"><\/p>\n<p>Seit heute sieht die Website von &#8222;weiter&#8220;, die unter <a href=\"http:\/\/www.nochweiter.de\">nochweiter.de<\/a> zu finden ist, komplett anders aus. Alle Artikel laufen direkt und f&#252;r jeden lesbar in die Website, es wird also auch keine PDF-Ausgabe der Zeitung geben. Ein kompletter Abschied vom Print soll es aber dennoch nicht werden. &#8222;Wir planen unregelm&#228;&#223;ige Best Ofs der Onlineartikel als Printmagazin&#8220;, so Claudia La&#223;lop. Ein Konzept &#252;ber das Wie und Wann existiert aber noch nicht.<br \/>\nOnline werde es weiterhin die Satire geben, der Stadtplan mit thematischem Bezug werde aller 14 Tage erneuert und pro Woche soll es drei Artikel, gr&#246;&#223;ere Geschichten und Interviews geben. Zus&#228;tzlich soll ein &#8222;subjektiver Tages&#252;berblick&#8220; geschaffen werden. &#8222;Heute in Leipzig&#8220; will Geschichten und Entwicklungen der Stadt kurz anrei&#223;en und verlinken. <\/p>\n<p>&#8222;Jeder, der uns mochte, wird uns online weiterhin so erleben k&#246;nnen&#8220;, bekr&#228;ftigt Jonathan Fasel. Auch weiterhin glaubt er an die Nische. &#8222;Ja, &#8218;weiter&#8216; hat eine Nische gefunden und ist dort &#252;berlebensf&#228;hig&#8220;, sagt er. Das gr&#246;&#223;te Problem seien in dem vergangenen Jahr nicht die Geschichten, das Layout oder der Druck der Zeitung gewesen. &#8222;Was einem wirklich das Leben schwer macht, ist der Vertrieb. Es ist nicht leicht, au&#223;erhalb des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Presse-Grosso\">Presse-Grosso<\/a> wahrgenommen zu werden&#8220;, erl&#228;utert er. Um Kosten zu sparen baute &#8222;weiter&#8220; ein eigenes Vertriebsnetz auf. Eine Mischung aus Abonnements und dem freien Verkauf durch Kioske und kleinere L&#228;den. Das sei die gr&#246;&#223;te Herausforderung gewesen. <\/p>\n<p>Trotz aller Widrigkeiten habe &#8222;weiter&#8220; keinen Verlust gemacht. &#8222;Ehrlicherweise muss man auch sagen, dass nichts &#252;brig geblieben ist. Aber &#252;ber ein Jahr solch ein Projekt aufrecht zu erhalten, ohne rote Zahlen zu schreiben, werten wir als Erfolg. Wir hatten nach dem Start intern mit acht Ausgaben geplant. Die wollten wir auf jeden Fall schaffen. Dass es jetzt 27 geworden sind, ist ein purer Beweis daf&#252;r, dass Print leben kann und weiter leben wird&#8220;, ist er &#252;berzeugt.<\/p>\n<p>Die Flexibilit&#228;t des Projektes, jetzt einen Schritt zur&#252;ck zu gehen und sich auf die reine Online-Publikation zu st&#252;tzen, sichere das weitere &#220;berleben von &#8222;weiter&#8220;. Denn, das habe Fasel gelernt: &#8222;Wenn man so ein Projekt angeht, muss man &#8211; so &#252;berzeugt man auch davon ist &#8211; ganz furchtbar flexibel sein. Als wir nach zwei Ausgaben auf die 14-t&#228;gige Erscheinungsweise umstellen mussten, war ich sehr angeknabbert. Zur&#252;ckblickend hat uns das aber gerettet. Diese Offenheit Neuem gegen&#252;ber braucht es, um auf Dauer Bestand zu haben. Und genau das w&#252;nsche ich dem neuen Team&#8220;.<\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.danielgrosse.com%2Fblog%2Fes-geht-weiter-vorerst-online%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Leipziger 2Wochenzeitung &#8222;weiter&#8220; existiert nicht mehr. Zumindest nicht als Druckerzeugnis. Denn mit &#8222;weiter&#8220; geht es vorerst nur online weiter. Ein Abschied auf Raten? Nein, sagen der bisherige Chefredakteur Jonathan Fasel und die neuen Verantwortlichen. Auch habe die Einstellung des Print-Titels nichts mit der Medienkrise zu tun. 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