{"id":3728,"date":"2011-01-04T13:52:55","date_gmt":"2011-01-04T12:52:55","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.lvz-online.de\/grossesnetz\/?p=559"},"modified":"2019-07-18T11:27:26","modified_gmt":"2019-07-18T09:27:26","slug":"leipzig-tourismus-bei-facebook-und-die-reaktionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/leipzig-tourismus-bei-facebook-und-die-reaktionen\/","title":{"rendered":"Leipzig Tourismus bei Facebook und die&nbsp;Reaktionen"},"content":{"rendered":"<p>Leipziger Facebook-Nutzer haben heute unter Umst&#228;nden eine Diskussion erlebt, die gepr&#228;gt war von Missverst&#228;ndnissen und die so nicht h&#228;tte stattfinden m&#252;ssen. Dann n&#228;mlich, wenn die Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM) sich vor ihrem Auftritt in Facebook ein wenig informiert h&#228;tte &#8211; beispielsweise &#252;ber die Nutzungsbedingungen. <!--more--><\/p>\n<p>Es begann mit einer simplen Kontaktanfrage. Auch ich habe diese bekommen. &#8222;Leipzig Tourismus m&#246;chte mit dir auf Facebook befreundet sein&#8220;, bekam ich per Mail zu lesen. &#8222;Aha, schon wieder einer, der nicht verstanden hat, dass man Unternehmensseiten nicht als Profile anlegt&#8220;, dachte ich mir und klickte trotzdem auf den Best&#228;tigen-Knopf. Stefanie Bamberg, Vorsitzende des Vereins Kreatives Leipzig, klickte auch, lie&#223; es sich aber nicht nehmen, direkt zu fragen: &#8222;Wieso habt ihr ein normales Profil und keine Fanpage und wieso ist eure Pinnwand nicht einsehbar?&#8220; Das mit der Pinnwand kl&#228;rte sich schnell, es war offenbar nur ein tempor&#228;res Facebook-Problem.<br \/>\nWas sich aber nicht kl&#228;rte, war die Profilfrage. Im Verlauf der Diskussion mit verschiedenen Mitgliedern der Leipziger Kreativszene zeigte sich schnell, dass die LTM offenbar Schwierigkeiten mit den Begrifflichkeiten hat &#8211; oder um es deutlicher zu formulieren: Die LTM nutzt Facebook, es fehlt aber der Hintergrund, was damit &#252;berhaupt m&#246;glich ist und wie man es richtig macht.<\/p>\n<p>Facebook unterscheidet in Seiten und Profile. Personen haben Profile, die auch als Profilseiten bekannt sind. Unternehmen, Institutionen, Gesch&#228;fte, Marken, Produkte, K&#252;nstler haben offizielle Seiten, die fr&#252;her mal &#8222;Fanpages&#8220; hie&#223;en und nun einfach nur noch &#8222;Seiten&#8220;, oder Pages. Mit solchen Seiten kann man nicht befreundet sein, sondern sie m&#252;ssen einem &#8222;gefallen&#8220;, indem man auf &#8222;Gef&#228;llt mir&#8220; klickt. Fr&#252;her nannte das Facebook mal &#8222;Fan werden&#8220;, daher auch der alte Begriff Fanpage oder Fanseite. Etwas anschaulicher und mehr erkl&#228;rt wird das Ganze bei Annette Schwindt.<\/p>\n<p>Was nun die LTM gemacht hat, ist nachzuvollziehen: Da unter dem Nutzernamen &#8222;Leipzig Tourismus&#8220; echte Menschen schreiben, wollte man wohl ein &#8222;menschliches&#8220; Profil anlegen. Streng genommen ist dies nach Facebook-Nutzungsregeln aber verboten. Denn bereits allein dadurch, dass das Profil mehrere Leute pflegen, wird gegen Punkt 4.8 versto&#223;en: &#8222;Du wirst dein Passwort [&#8230;] nicht weitergeben, eine andere Person auf dein Konto zugreifen lassen&#8230;&#8220;. Und bereits gegen die Hauptregel unter Punkt 4 &#8222;Facebook-Nutzer geben Ihre tats&#228;chlichen Namen und Daten an&#8220; verst&#246;&#223;t das Profil. Denn f&#252;r Facebook existiert nun ein Mensch mit dem Vornamen Leipzig und dem Nachnamen Tourismus, der an der Uni Leipzig studiert hat, in Leipzig wohnt und Deutsch, Englisch und Russisch spricht. <\/p>\n<p>Allein auf diesen Fakt wollten diverse Nutzer hinweisen, indem sie auf Stefanie Bambergs urspr&#252;nglichen Beitrag kommentierten. Die Reaktion des LTM kann man als leicht beleidigt und verst&#228;ndnislos auffassen. Man meine es doch nur gut und das Projekt w&#228;re doch von Praktikanten initiiert, die pers&#246;nlich &#252;ber ihre Arbeit berichten wollten. Was v&#246;llig richtig ist &#8211; nur muss man dies eben &#252;ber eine Unternehmensseite tun und nicht &#252;ber ein Profil, das vorgibt, ein einziger Mensch zu sein. <\/p>\n<p>Der eigentliche Zweck des Profils Leipzig Tourismus sei es, so LTM-Sprecher Andreas Schmidt, in Austausch mit den Lesern de Magazins &#8222;N&#228;her dran&#8220; zu kommen. &#8222;N&#228;her dran&#8220; wird im Hause LTM von Praktikanten erstellt und geleitet. Das Magazin verf&#252;gt bereits &#252;ber eine richtige <a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/NAEHERdran.Leipzig\">Facebook-Seite<\/a>, auf der Inhalte der Hefte und aus dem Redaktionsalltag publiziert werden. Die Profilseite ben&#246;tige man nun, um in den Austausch mit der Zielgruppe zu gelangen (was man ohne weiteres und viel besser auch auf der N&#228;herdran-Seite machen k&#246;nnte).<\/p>\n<p>LTM-Sprecher Andreas Schmidt gab mir gegen&#252;ber im Telefongespr&#228;ch zu, &#252;ber die Begrifflichkeiten nicht vollends informiert zu sein. &#8222;Das Redaktionsteam hat gro&#223;e Freiheiten&#8220;, sagte er. Was im Umkehrschluss aber hei&#223;t: Die Praktikanten d&#252;rfen f&#252;r die N&#228;her dran-Redaktion der LTM kommunizieren &#8211; so richtig kontrollieren kann dies aber keiner, weil die Kompetenzen fehlen. <\/p>\n<p>Trotz allem zeigte sich Schmidt dankbar f&#252;r die Hinweise. &#8222;Die R&#252;ckkopplung ist sch&#246;n und ich sichere zu, dass wir unser Profil gegen eine Seite tauschen werden&#8220;, sagte er. Vorteile hat dies allemal. Beispielsweise die Statistiken, die es auf Fanseiten gibt. Ab sofort k&#246;nnte das Praktikantenteam monatlich vorweisen, wie viele neue Fans hinzugekommen sind, wie die Resonanz auf Beitr&#228;ge und Fotos war, woher die Leser stammen und so weiter. Wenn das kein Argument ist&#8230; &#8222;Leipzig Tourismus&#8220; sollte daher schnell aufh&#246;ren, Freunde zu sammeln, sondern stattdessen eine Seite erstellen und allen Freunde vorschlagen.<\/p>\n<p>Eines muss man allerdings eingestehen: Die LTM ist bei weitem nicht das einzige Unternehmen, das den Unterschied zwischen Profil- und Fanseite nicht verstanden hat. So gibt es im Leipziger Umfeld zahlreiche &#8222;Personen&#8220;, die gar keine sind.<br \/>\nBeispiele: Galerie f&#252;r Zeitgen&#246;ssische Kunst, Tapir Leipzig, <a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/geyserhaus\">GeyserHaus<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/LeipzigerInternetZeitung\">LeipzigerInternetZeitung<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/medienwerkstatt.leipzig\">Medienwerkstatt Leipzig<\/a> und diverse, viele, andere. Wenn es Facebook irgendwann mal in den Fingern juckt, fliegen all diese Profilseiten hochkant raus. <\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.danielgrosse.com%2Fblog%2Fleipzig-tourismus-bei-facebook-und-die-reaktionen%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leipziger Facebook-Nutzer haben heute unter Umst&#228;nden eine Diskussion erlebt, die gepr&#228;gt war von Missverst&#228;ndnissen und die so nicht h&#228;tte stattfinden m&#252;ssen. 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