{"id":569,"date":"2007-03-31T09:13:00","date_gmt":"2007-03-31T07:13:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/2007\/03\/31\/fuenf-jahre-belantis-geschaeftsfuehrer-job-im-interview\/"},"modified":"2007-03-31T09:13:23","modified_gmt":"2007-03-31T07:13:23","slug":"fuenf-jahre-belantis-geschaeftsfuehrer-job-im-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/fuenf-jahre-belantis-geschaeftsfuehrer-job-im-interview\/","title":{"rendered":"F&#252;nf Jahre Belantis: Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Job im&nbsp;Interview"},"content":{"rendered":"<p><em>Heute erschien in der Leipziger Volkszeitung ein Interview, das ich mit Nikolaus Job, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer des Belantis Vergn&#252;gungspark Leipzig f&#252;hrte. Da dieses an manchen Stellen arg komisch gek&#252;rzt wurde (warum eigentlich biete ich immer wieder an, dies selbst zu machen, wenns dann doch nicht beachtet wird?), erscheint es hier f&#252;r meine lieben Blog-Leser in der Urform.<br \/>\n<\/em><br \/>\n<!--more--><br \/>\nAm Sonntag startet der Belantis Vergn&#252;gungspark vor den Toren Leipzigs in seine f&#252;nfte Saison. Wo einst Tagebaubagger jede Menge aufgew&#252;hlte Erde hinterlie&#223;en, vergn&#252;gen sich jetzt Familien auf Achterbahn &#038; Co. Im gro&#223;en LVZ-Interview sprach Daniel Gro&#223;e mit Nikolaus Job, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer des Freizeitparks, &#252;ber unternehmerischen Mut und Erreichtes, aber auch &#252;ber zuk&#252;nftige Pl&#228;ne.<\/p>\n<p><em>Frage: Herr Job, umgerechnet auf ihre Hauptzielgruppe, die Kinder, befindet sich Belantis im Kindergartenalter. Mit f&#252;nf Jahren sind Kinder l&#228;ngst aus den Windeln, k&#246;nnen B&#228;lle fangen und sagen, was sie morgen vorhaben. L&#228;sst sich das so anwenden?<\/em><\/p>\n<p><strong>Nikolaus Job:<\/strong> Ja, das passt durchaus. Aus den Windeln waren wir allerdings etwas sp&#228;ter als ein Kleinkind, n&#228;mlich im dritten, mehr noch im vierten Jahr. Ich verhehle auch nicht, dass wir in der ersten Saison die Erwartungen nicht erf&#252;llen konnten. Das liegt aber auch vor allem daran, dass wir als neuer und mittelgro&#223;er Freizeitpark sofort mit den nationalen Marktf&#252;hrern Phantasialand und Heide Park verglichen wurden, die &#252;ber 30 Jahre Bestand haben. Das war aber eigentlich gut f&#252;r uns, denn das lie&#223; uns nie still stehen. So gesehen haben wir die schwersten Jahre hinter uns gelassen. Und B&#228;lle haben wir in der Zeit reichlich gefangen, also Chancen genutzt und viel investiert.<\/p>\n<p><em>Beispielsweise in die Autobahn A38. Sp&#252;rt man schon positive Folgen?<\/em><\/p>\n<p>Die Autobahn haben wir seit Jahren vorfinanziert, also den kommunalen Eigenanteil &#252;bernommen Wir haben schon fr&#252;hzeitig die Chance erkannt, die in einer Autobahn steckt. Und zwar nicht nur, weil es uns nutzt, sondern dem gesamten Leipziger Neuseenland. Ziel des Landkreises ist es ja, auch Menschen aus dem Umkreis von 100 Kilometern hierher zu holen. Dass dies funktioniert, sp&#252;rten wir bereits kurz nach der Er&#246;ffnung der A38. Sowohl f&#252;r die Besucher, die von weiter weg anreisen als auch f&#252;r die Leipziger. Es ist der gef&#252;hlte Komfort. Ich kenne keine zweite Stadt, in der ein Autobahnzubringer so weit in die Stadt reinf&#252;hrt und in der man nur zwei Ampelkreuzungen &#252;berqueren muss, um auf der Autobahn zu landen.<\/p>\n<p><em>Sie sprachen das Neuseenland an. Wie sehr f&#252;hlt sich Belantis mit der Region im Wandel verbunden?<\/em><\/p>\n<p>Aufs Innigste, m&#246;chte ich sagen. Leipzig hat hier eine super Chance, Touristen zu motivieren. Der Zwenkauer See ist beispielsweise gr&#246;&#223;er als der Tegernsee, der sich als Ferienregion etabliert hat. Das muss man den Leuten nur begreiflich machen und echte Attraktionen aufbauen. Ich bin darum sehr f&#252;r die Seilbahn, die im Gespr&#228;ch ist.<\/p>\n<p><em>Weil der Bahnhof bei Belantis sein soll und Sie davon profitieren.<\/em><\/p>\n<p>Nat&#252;rlich ist das eine &#220;berlegung. Die andere ist aber: Wir holen jedes Jahr &#252;ber 500 000 Besucher zu Belantis und k&#246;nnen diese Leute motivieren, in die Seilbahn einzusteigen und von hier aus zum Zwenkauer Hafen zu fahren. Das lohnt sich schon allein darum, weil die Seilbahn 65 Meter hoch sein soll und 800 Meter freitragend &#252;ber den See f&#252;hrt. Das wirkt weit &#252;ber Leipzig hinaus.<\/p>\n<p><em>Klingt danach, als unterst&#252;tzten Sie den Wandel der ehemaligen Tagebauregion sehr aktiv?<\/em><\/p>\n<p>Ich hatte im vergangenen Jahr ein sch&#246;nes Erlebnis. Vor unserem Schloss umarmte mich ein mir fremder Mann. Es war ein ehemaliger Tagebauarbeiter, wie er mir sagte. Mit Tr&#228;nen in den Augen bedankte er sich daf&#252;r, was wir quasi aus Staub und Dreck geschaffen haben und dass sein Sohn bei uns Arbeit fand. Das hat mich sehr ber&#252;hrt und erfreute mich zugleich. Zeigt es doch, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die Unterst&#252;tzung der Bev&#246;lkerung haben.<\/p>\n<p><em>Die urspr&#252;nglich nicht vorhanden war. Was ist aus den anf&#228;nglichen Bedenken geworden?<\/em><\/p>\n<p>Es waren nicht nur Bedenken, es gab auch Klagen gegen den Braunkohlefolgeplan. In deren Folge verz&#246;gerte sich Belantis um ein Jahr, was uns etwa zehn Millionen Euro kostete. Aber \u2013 und das ist der positive Aspekt dabei \u2013 alle Bef&#252;rchtungen, ein Freizeitpark k&#246;nne unangenehme Folgen mit sich bringen, haben sich in Wohlgefallen aufgel&#246;st. Unser unternehmerischer Mut, eine Mondlandschaft in einen Besuchermagnet zu verwandeln, ging auf. Mittlerweile sind wir fest in der Region verankert und sichern auch Arbeitspl&#228;tze, weil wir Auftr&#228;ge nach M&#246;glichkeit nur in die n&#228;here Umgebung vergeben.<br \/>\n<em><br \/>\nKurzer Blick zur&#252;ck zum Ende der Saison 2006. Diese schloss Belantis mit einer Aktion ab, bei der es zum Tagesticket ein Saisonticket gratis dazu gab. Wird so nicht k&#252;nstlich die Besucherstatistik gesch&#246;nt? Es sind ja praktisch G&#228;ste, die nicht bezahlt haben. <\/em><\/p>\n<p>Wir sehen das etwas anders. An diesem Tag haben fast 4000 Besucher dieses Saisonticket erhalten. Diese 4000 w&#228;ren ohne die Aktion vielleicht nicht gekommen. Uns ist es gelungen, einen Vorverkauf f&#252;r die jetzt beginnende Saison zu starten. Das Glas ist also bereits halb voll, wenn Sie so wollen. Die Inhaber dieses Tickets kommen zu uns, bringen vielleicht weitere Familienmitglieder oder Freunde mit, essen und trinken hier. Und nach einem erlebnisreichen Tag erz&#228;hlen sie drau&#223;en, wie es hier war. Von diesen pers&#246;nlichen Stimmen erhoffen wir uns eine Menge.<\/p>\n<p><em>Apropos Stimmen: Wie hat sich der Fakt des ganzj&#228;hrig ge&#246;ffneten Schlosses herumgesprochen?<\/em><\/p>\n<p>Was das Familienangebot an den Wochenenden angeht, wurden unsere Erwartungen &#252;bertroffen. Von Beginn an war der Familienbrunch voll ausgelastet. Familien zu unterhalten ist auch unsere Kernkompetenz. Kinder haben bei einem Brunch nicht das Sitzfleisch wie die Eltern. Hier sind sie nicht nur geduldet, sondern ausdr&#252;cklich erw&#252;nscht und werden ausreichend besch&#228;ftigt, vom Kinderjahrmarkt bis zur Zirkusshow. Nachhaltige Probleme haben wir allerdings damit, das Schloss als Rastschloss zu etablieren. Wir k&#246;nnen und d&#252;rfen aus Autobahnrechtlichen Gr&#252;nden dem Autofahrer derzeit nicht sagen, dass es hier auch einen Kaffee gibt. Das braucht sicher noch zwei, drei Jahre. Um Ausschilderungen bem&#252;hen wir uns weiter, was allerdings nicht einfach wird.<\/p>\n<p><em>Ein Ausblick auf die kommende Saison. Was erwartet die Besucher?<\/em><\/p>\n<p>Im April haben wir die gro&#223;e Shaolin-Show, die einen wesentlichen H&#246;hepunkt darstellt. Die K&#252;nstler kommen aus der N&#228;he von Peking und proben seit mehreren Monaten. Au&#223;erdem werden wir die so genannten Segways anbieten. Das sind elektrisch betriebene Roller auf zwei R&#228;dern. Damit zeigen wir Modernit&#228;t und umweltbewusstes Denken. Ab Juni, sp&#228;testens Juli installieren wir dann eine rasante Wasserfahrattraktion. Das besondere daran ist, dass jeder selbst entscheiden kann, wie schnell seine Fahrt wird. Es gibt schon Mitarbeiter im Park, die behaupten, diese Anlage wird den Publikumsrenner Achterbahn schlagen.<br \/>\n<em><br \/>\nAlso weiterhin eine Ausrichtung auf kleine, familienorientierte Attraktionen?<\/em><\/p>\n<p>Unbedingt. Wir wollen, dass unsere G&#228;ste m&#246;glichst alles nutzen k&#246;nnen. Gro&#223;e Fahranlagen schlie&#223;en von Vornherein 70 Prozent der G&#228;ste aus. Wer selbst mitmacht, hat einen viel tieferen Erlebniswert und erinnert sich l&#228;nger daran. &#220;berdimensionale Achterbahnen oder andere halsbrecherische Fahrgesch&#228;fte f&#252;hren dazu, dass der Gro&#223;teil der Familie nur danebensteht. Am Abend kommt dann die Ern&#252;chterung, wenn man merkt, man hat eigentlich nur zugesehen.<\/p>\n<p><em>Wieviel will Belantis in dieser Saison investieren?<\/em><\/p>\n<p>Wir haben bereits etwa 100.000 Euro investiert, indem wir elf Segways gekauft haben. Da kostet einer allein 7000 Euro plus dem n&#246;tigen Zubeh&#246;r. Weitere 100.000 Euro kostete der &#220;bungsparcour. In der Summe werden wir etwa 1,2 Millionen Euro investieren. Zudem wird es ein Vorteilssystem f&#252;r Inhaber der Saison- und Jahrestickets geben. Jeden Monat wird eine Fahrattraktion zu einem festen Termin eine Stunde vor Park&#246;ffnung nur f&#252;r diese Besucher ge&#246;ffnet haben. <\/p>\n<p><em>Ist das auch etwas f&#252;r Sie selbst? Fahren Sie gern Karussell?<\/em><\/p>\n<p>Ja, ich fahre alles mit. Das letzte mal bin ich am 31. Oktober unser Riesenschwungpendel, Belanitus Rache, gefahren. Ich muss ja schlie&#223;lich wissen, wovon ich rede.<br \/>\n<em><br \/>\nLetzte Frage: Wo sehen Sie sich in zehn, 15 Jahren?<\/em><\/p>\n<p>In einer wundersch&#246;nen Seenlandschaft, die sich mit Seilbahn und weiteren Angeboten zu einem Tourismusmagnet gemausert hat. Eine Landschaft, aus der ich nie wieder weggehen will.<\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.danielgrosse.com%2Fblog%2Ffuenf-jahre-belantis-geschaeftsfuehrer-job-im-interview%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute erschien in der Leipziger Volkszeitung ein Interview, das ich mit Nikolaus Job, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer des Belantis Vergn&#252;gungspark Leipzig f&#252;hrte. 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