{"id":61,"date":"2005-11-09T21:27:42","date_gmt":"2005-11-09T19:27:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/2005\/11\/09\/wird-alles-im-kamin-verfeuert\/"},"modified":"2018-03-31T12:08:11","modified_gmt":"2018-03-31T10:08:11","slug":"wird-alles-im-kamin-verfeuert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/wird-alles-im-kamin-verfeuert\/","title":{"rendered":"&#8222;Wird alles im Kamin&nbsp;verfeuert&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Ein Fest um und im Wald wurde am Sonnabend im Oberholz in Gro&#223;p&#246;sna gefeiert. Das S&#228;chsische Forstamt lud zum Dritten Leipziger Brennholzmarkt mit Unterhaltung f&#252;r die ganze Familie. Wer schlammigen Waldboden und zeitweiligen Regen nicht scheute, konnte so einiges erleben und lernen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n Beispielsweise, dass heutzutage noch Pferde in der Forstwirtschaft eingesetzt werden. Lukas Meinhold aus Rittersgr&#252;n im Erzgebirge war eigens mit seinem rheinisch-deutschen Kaltbl&#252;ter Oskar angereist, um zu zeigen, wie Holzr&#252;ckarbeiten im 21. Jahrhundert aussehen k&#246;nnen. &#8222;Das Pferd hat den Vorteil, dass es &#252;berall im Wald hinkommt, ohne den Boden oder andere B&#228;ume zu besch&#228;digen&#8220;, erkl&#228;rte er, w&#228;hrend Oskar flei&#223;ig drei an Seilen befestigte Baumst&#228;mme durchs Dickicht zog. Sechs Kaltbl&#252;ter nennt Meinhold sein eigen, die im Erzgebirge richtig viel zu tun h&#228;tten, wie er sagt. &#8222;Im Leipziger Raum hat sich diese Methode allerdings bislang nicht durchsetzen k&#246;nnen&#8220;, bedauerte Jochen Gebhardt, Vorsitzender der IG Zugpferde Sachsen, der seinen Verein vorstellte.<\/p>\n<p>Staunende Gesichter gab&#8217;s auch am Stand von Denny Fischer. Der 20-j&#228;hrige Forstwirtazubi aus R&#246;dgen bei Eilenburg zeigte seinen filigranen Umgang mit der Motors&#228;ge. Aus L&#228;rchenholz fertigte er Adler, Eulen, Pilze und Igel. &#8222;Derzeit versuche ich mich an einem Eichh&#246;rnchen&#8220;, so der junge Mann, der im Auftrag auch ausgefallenere Holztiere s&#228;gt. &#8222;Ungew&#246;hnlich war mal eine Kuh&#8220;, sagte Denny Fischer. Sein Chef im Forstamt Colditz habe Verst&#228;ndnis f&#252;r sein Hobby. &#8222;Manchmal erlauben wir uns einen Scherz und s&#228;gen aus einem festgewachsenen Baumstumpf einen &#252;berdimensionalen Pilz, &#252;ber den Waldspazierg&#228;nger sicher verwundert sind.&#8220;<\/p>\n<p>Etwa 500 Meter weiter pr&#228;sentierten s&#228;chsische Falkner ihre Greifv&#246;gel. Ein besonders sch&#246;nes Exemplar hatte Wolfgang Sch&#246;ssler aus Chemnitz auf dem Lederhandschuh. &#8222;Das ist ein Roter Milan&#8220;, erkl&#228;rte er. Einen Namen habe der imposante Vogel mit dem tief gegabelten Schwanz nicht. &#8222;Das ist nur &#252;blich, wenn die Tiere auf Beutejagd gehen. Dieser hier kann aber aufgrund einer fr&#252;heren Verletzung nicht jagen&#8220;, so Sch&#246;ssler, der den Rotmilan wegen seiner Gelehrigkeit und dem sch&#246;nen Flugbild h&#228;lt.<\/p>\n<p>Einen H&#246;hepunkt des Brennholzmarktes bildete die Holzauktion. Zwanzig Lose zu je einem Raummeter (etwa ein Kubikmeter inklusive Zwischenr&#228;ume) wurden angeboten. Die Startpreise lagen zwischen 20 Euro f&#252;r ganze St&#228;mme und 35 Euro f&#252;r bereits klein gehackte St&#252;cke. Als Auktionator fungierte Thomas Lopau, der sonst bei MDR Jump die Nachrichten liest. &#8222;Ich wohne in Gro&#223;p&#246;sna und mache das hier quasi als Nachbarschaftshilfe&#8220;, schmunzelte er. Auf witzige Weise gingen dann alle 20 Holzb&#252;ndel weg. Als Gro&#223;eink&#228;ufer erwies sich Frank Wiedemann, der gleich f&#252;nf Raummeter ersteigerte. &#8222;Das wird alles im Kamin verfeuert.&#8220;<\/p>\n<p>Dass viele Holzb&#252;ndel zum Einstiegspreis oder nur f&#252;nf Euro dar&#252;ber den Besitzer wechselten, st&#246;rte Andreas Padberg nicht. &#8222;Wir haben die Auktion auch nicht aus Profitgier initiiert&#8220;, erkl&#228;rte der Leiter des S&#228;chsischen Forstamtes Leipzig. &#8222;Wir wollen hier Interesse f&#252;r die Natur wecken und f&#252;r die Akzeptanz der Waldarbeit werben.&#8220; Was ihm auch gelungen sei. &#8222;Ich denke, etwa 10.000 Leute haben wir heute ins Oberholz gelockt&#8220;, sch&#228;tzte er. Vor allem Familien mit Kindern in Gummistiefeln w&#228;rmten sich au&#223;erdem am Lagerfeuer, lie&#223;en sich Kn&#252;ppelkuchen schmecken, andere verk&#246;stigten sich mit Metwein und Wildw&#252;rsten. Die Waldk&#246;nigin Cornelia Schulz aus Dresden beantwortete Fragen zur Forstwirtschaft und die Jagdhornbl&#228;sergruppe Hainichen f&#252;hrten J&#228;germ&#228;rsche auf. <\/p>\n<p><em>Erschienen am Dienstag, 08.11.2005 in der Leipziger Volkszeitung.<\/em><\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.danielgrosse.com%2Fblog%2Fwird-alles-im-kamin-verfeuert%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Fest um und im Wald wurde am Sonnabend im Oberholz in Gro&#223;p&#246;sna gefeiert. Das S&#228;chsische Forstamt lud zum Dritten Leipziger Brennholzmarkt mit Unterhaltung f&#252;r die ganze Familie. 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