{"id":865,"date":"2007-10-11T23:22:46","date_gmt":"2007-10-11T21:22:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/2007\/10\/11\/aus-liebe-zum-quark\/"},"modified":"2022-08-03T10:43:01","modified_gmt":"2022-08-03T08:43:01","slug":"aus-liebe-zum-quark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/aus-liebe-zum-quark\/","title":{"rendered":"Aus Liebe zum&nbsp;Quark"},"content":{"rendered":"<p>Gibt es Computerprogramme, die ich wirklich liebe? Diese Frage stelle ich mir gerade, w&#228;hrend ich mir die neueste Pressemitteilung von Quark durchlese. Das Unternehmen startete soeben eine Kampagne, die Usern dazu verhelfen soll, die eventuell eingerostete Liebe zu QuarkXPress neu aufflammen zu lassen.<\/p>\n<p>Programme, die ich liebe &#8211; je l&#228;nger ich dar&#252;ber nachdenke, desto weniger Beispiele fallen mir ein. Das neue Winamp 5.5 geh&#246;rt mit Sicherheit nicht dazu, nach den Bugs, die ich bereits nach zwei Tagen Benutzung feststellte. Dazu vielleicht sp&#228;ter mehr. Auf dem Amiga gab es Programme, die ich wirklich liebte. Term, das ultimative Terminalprogramm etwa. Eine Gattung von Software, die man heutzutage gar nicht mehr ben&#246;tigt. Oder MUI, ein Programm, mit dem man die komplette Oberfl&#228;che, die Workbench, des Amiga optisch und haptisch ver&#228;ndern konnte. Toolmanager geh&#246;rt ebenso dazu. Oder CNet BBS &#8211; ein wundervolles Programm zum Betrieb einer eigenen Mailbox. Schon alleine die Erkl&#228;rung, was eine Mailbox damals war, w&#252;rde heute zu weit f&#252;hren. Aber damals &#8211; damals hat man diese Programme geliebt.<\/p>\n<p><img src='http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/uploads\/quarkliebe.jpg' alt='quarkliebe.jpg' \/>Und heute? Heute versucht eine Firma wie Quark einem Quasi-Standard neues Leben einzuhauen, indem es emotionalisiert wird. &#8222;Verlieben Sie sich in QuarkXPress&#8220;, steht auf der zur Kampagne geh&#246;renden MicroSite. Liebe Quarkser &#8211; macht Euch bitte nichts vor. Wer Quark nutzt, tut das vor allem, weil er es muss. In der Zeitungsredaktion, in der Agentur, im Journalistenb&#252;ro. Weil es eben der Standard ist und Zulieferer oder Kunden ebenso damit arbeiten. Lieben wird Quark niemand. Ich kenne jedenfalls keinen Layouter, der das tut, auch wenn er Shortcuts verinnerlicht hat und im Schlaf runterbeten kann.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Aber was will man tun, wenn diejenigen Anwender, die es k&#246;nnen, zu Adobe rennen? Weil dort die M&#246;glichkeiten seit Jahren besser sind, InDesign keine so schwerf&#228;llige alte Dame wie QuarkXPress ist. Da bietet man halt einfach an, InDesign-Dateien auch laden zu k&#246;nnen. Kompatibilit&#228;t &#8211; welch Fortschritt! Ob der Ausflug mit InDesign nur ein &#8222;One-Night-Stand&#8220; war, bezweifle ich allerdings. Ein charmanter Versuch, Boden gut zu machen. Funktioniert nur nicht.<\/p>\n<p>Und dass sich QuarkXPress und Photoshop so gut verstehen, dass sie nahezu unzertrennlich sind, klingt auch erstmal sch&#246;n. Was hier au&#223;er Acht gelassen wird, ist aber, dass ein Third-Party-Produkt wohl eher nicht so gut mit einem Produkt des Konkurrenten zusammenspielt. Adobe Photoshop und Indesign sind Bestandteile der Creative Suite. Was k&#246;nnte besser passen?<\/p>\n<p>Nicht falsch verstehen &#8211; ich m&#246;chte hier Adobe nicht in den Himmel heben. Auch da ist nicht alles Gold. Dass sie Macromedia <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/58709\">gekauft<\/a> haben, nehme ich ihnen heute noch &#252;bel. Aber die pl&#246;tzliche Emotionalisierung eines Standards, den Quark selbst geradezu trotzig auf der eigenen Website ausruft (&#8222;QuarkXPress\u00ae wird von mehr Menschen f&#252;r kreatives Design und Seitenlayout eingesetzt, als jede andere Software dieser Welt. Punkt.&#8220;), geht mir etwas zu weit. Wer soll damit angesprochen werden? Die, die zu anderen Programmen wechselten, werden dies nicht ohne Grund getan haben. Und die, die Quark noch nie kannten, k&#246;nnen keine alte Liebe wiederentdecken.<\/p>\n<p><em>Punkt.<\/em><\/p>\n<p><strong>Nachtrag:<\/strong> Um QuarkXPress zu lieben, m&#252;sste man nat&#252;rlich auch etwas von Layout verstehen. <a href=\"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/uploads\/quarkliebe_pm.jpg\">Die Pressesprecherin tut das augenscheinlich nicht<\/a>. Sowas nennt man <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hurenkind_und_Schusterjunge#Hurenkind\">Hurenkind<\/a> und es sieht sehr unsch&#246;n aus&#8230;<\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.danielgrosse.com%2Fblog%2Faus-liebe-zum-quark%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gibt es Computerprogramme, die ich wirklich liebe? Diese Frage stelle ich mir gerade, w&#228;hrend ich mir die neueste Pressemitteilung von Quark durchlese. Das Unternehmen startete soeben eine Kampagne, die Usern dazu verhelfen soll, die eventuell eingerostete Liebe zu QuarkXPress neu aufflammen zu lassen. 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