{"id":876,"date":"2007-10-16T10:56:25","date_gmt":"2007-10-16T08:56:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/2007\/10\/16\/ungemuetlich-und-unspektakulaer\/"},"modified":"2009-02-04T21:06:10","modified_gmt":"2009-02-04T20:06:10","slug":"ungemuetlich-und-unspektakulaer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/ungemuetlich-und-unspektakulaer\/","title":{"rendered":"Ungem&#252;tlich und&nbsp;unspektakul&#228;r"},"content":{"rendered":"\n<!-- google_ad_section_start -->\n<p>Taucha. In Zeiten von Internet, Computerspielen und einem allumfassenden Fernsehprogramm muss sich ein Zirkus jede Menge einfallen lassen, um Publikum zu finden und zu unterhalten. Noch viel zu tun f&#252;r den Circus Constanze Busch, der am Wochenende in Taucha gastierte. Denn die Elemente, die einen Zirkus ausmachen, fehlten nahezu komplett oder wurden nur halbherzig umgesetzt. Die Erwartungen vieler Tauchaer wurden daher nicht erf&#252;llt.<br \/>\n <br \/>\n<img src='http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/uploads\/zirkus_2.jpg' alt='zirkus_2.jpg' align=\"left\" style=\"margin:0 10px 10px 0\" \/>\u201eIm Zirkusgesch&#228;ft geht es mal rauf und mal runter\u201c, sagt Egon ElGano, der eigentlich Egon Kunzmann hei&#223;t. Der 70-j&#228;hrige Zwickauer kennt das Zirkusgesch&#228;ft, ist seit f&#252;nf Jahren als Jongleur fester Bestandteil im Circus Constanze Busch. Glaubt man ihm, kann man sich des Eindrucks nicht verwehren, dass die Branche derzeit an einem Tiefpunkt angekommen ist. Am Freitag fanden zur 19-Uhr-Vorstellung nur etwa 50 Tauchaer in das Zirkuszelt auf dem Parkplatz an der Wurzner Stra&#223;e. Echte Stimmung konnte ob dieser geringen Zuschauerzahl nicht aufkommen. Allerdings hielten sich die Momente, in denen tosender Applaus angebracht w&#228;re, auch eher in Grenzen.<\/p>\n<p>Angek&#252;ndigt wurden auf Plakaten und in Pressemitteilungen 70 Tiere. Zu sehen bekam man in der Manege nur rund die H&#228;lfte. Ganz im K&#228;fig bleiben mussten etwa die Zebras, die von einigen anwesenden Kindern sehnlichst erwartet wurden. Darauf angesprochen entschuldigte sich Rolf Cramer, der als Chef fungiert und w&#228;hrend der Shows den Zirkusdirektor spielt: \u201eJa, wir haben rund 70 Tiere mit, die treten aber nicht alle auf.\u201c Ebenso entt&#228;uschend waren die Darbietungen jener Tiere, die es in die Manege schafften: Lamas, die unter den H&#228;lsen von Kamelen krochen und im Kreis rannten. B&#252;ffel, die mit den Vorderhufen auf Fu&#223;b&#228;nken stehen konnten. Und Pferde, die teilweise so unruhig waren, dass man f&#252;rchten musste, sie w&#252;rden jeden Moment &#252;ber die Absperrung springen.<\/p>\n<p>Zu den wenigen erhellenden Momenten z&#228;hlte zweifelsohne die Show von Francesco DaCapo, dem Sohn des Zirkusdirektors. Sich vier Tigern, die fauchend die Z&#228;hne fletschen, bis auf Arml&#228;nge zu n&#228;hern, ist keine leichte &#220;bung. Unterhaltsam auch der Clown, der vier Besucher bat, sich auf St&#252;hle zu setzen und die zwei M&#228;nner und zwei Frauen anschlie&#223;end so verknotete, dass ihnen die St&#252;hle unter dem Po weggezogen werden konnten. Artistische H&#246;chstleistung war der Abbau des Tigerk&#228;figs, der in wenigen Minuten erfolgte. Es blieb allerdings die einzige sportliche Einlage. Das Trapez unter der Zirkuskuppel kam nicht zum Einsatz. \u201eDie Artistin ist krank\u201c, so Rolf Cramer.<\/p>\n<p>Vielleicht hatte sie Schnupfen, was angesichts der ungem&#252;tlichen Temperatur im Zelt nicht verwunderlich w&#228;re. Von einer \u201eguten Temperierung\u201c wurde auf den Plakaten gesprochen. Was nicht gleichzusetzen ist mit \u201ebeheizt\u201c, wie Cramer sagte: \u201eDas ist noch ein &#220;berbleibsel aus den Sommermonaten, wo wir das Zelt bel&#252;ften, damit es nicht zu hei&#223; ist. Die Heizung kommt erst n&#228;chsten Monat\u201c, teilte er mit und gab zu, dass dies nicht akzeptabel sei. Auch alle anderen Kritikpunkte verstand Cramer und entschuldigte sich mit den schwierigen wirtschaftlichen Verh&#228;ltnissen, denen sich der Zirkus gegen&#252;ber sieht.<\/p>\n<p>Nach der Vorstellung verlie&#223;en die Zuschauer das k&#252;hle Zelt sehr schnell. Angesprochen auf ihren Eindruck sagte eine Zuschauerin: \u201eWir hatten das Gef&#252;hl, hier wurde nur das halbe Programm gezeigt.\u201c <\/p>\n<p><em>Erschien am 16.10.2007 in der Leipziger Volkszeitung.<\/em><\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.danielgrosse.com%2Fblog%2Fungemuetlich-und-unspektakulaer%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>\n<!-- google_ad_section_end -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Taucha. In Zeiten von Internet, Computerspielen und einem allumfassenden Fernsehprogramm muss sich ein Zirkus jede Menge einfallen lassen, um Publikum zu finden und zu unterhalten. 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