{"id":973,"date":"2007-12-11T19:29:25","date_gmt":"2007-12-11T18:29:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/2007\/12\/11\/ein-herz-fuer-kinder\/"},"modified":"2018-03-31T12:17:34","modified_gmt":"2018-03-31T10:17:34","slug":"ein-herz-fuer-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/ein-herz-fuer-kinder\/","title":{"rendered":"Ein Herz f&#252;r&nbsp;Kinder"},"content":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.danielgrosse.com\/blog\/uploads\/christin-henri.jpg' alt='christin-henri.jpg' align='left' \/><br clear='all' \/><\/p>\n<p>Die Fr&#252;hgeborenen-Intensivstation der Leipziger Uniklinik. In zwei Brutk&#228;sten, so genannten Inkubatoren liegen kleine, zarte menschliche Wesen. Kaum 2000 Gramm schwer. Das Zimmer ist abgedunkelt, nur zwei kleine L&#228;mpchen weisen den Kinderkrankenschwestern den Weg. Wer die Station zum ersten Mal besucht, bleibt wie angewurzelt an der T&#252;r stehen. Zu gro&#223; die Sorge, man k&#246;nnte mit seiner Anwesenheit f&#252;r Unruhe sorgen. Zu gro&#223; der Respekt vor der Arbeit, die hier verrichtet wird.<\/p>\n<p>Eine, die ihren t&#228;glichen Dienst dort absolviert, ist Christin Henri. Die 23-j&#228;hrige Leipzigerin beendete im August ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. \u201eFr&#252;her hie&#223; das Kinderkrankenschwester, aber das Berufsbild und die Aufgaben haben sich gewandelt, daher der neue Name\u201c, erkl&#228;rt Christin. Zum erweiterten Aufgabenspektrum geh&#246;rt vor allem die Gesundheitsvorsorge und die Beratung. So ist auch in der Ausbildung vieles anders geworden. \u201eEs gibt keine Unterrichtsf&#228;cher mehr, sondern Themenbereiche, die &#252;bergreifend behandelt werden\u201c, erkl&#228;rt die junge Mitarbeiterin. Neben den medizinischen und pflegerischen Dingen werden nun auch Kommunikation, Elternberatung und Entlassungsmanagement gelehrt. Weitere Fachbereiche, die Christin in der Medizinischen Berufsfachschule der Universit&#228;t vermittelt bekam, sind beispielsweise Anatomie, Physiologie, Arztunterricht, Krankenbeobachtung und Mikrobiologie. Dazu kam der praxisnahe Unterricht, der sich mit der Theorie in etwa die Waage hielt. \u201eDa haben wir an Puppen ge&#252;bt. Waschen, Sonden legen, Blutentnahmen, Magensp&#252;lungen und Einl&#228;ufe vorgenommen\u201c, sagt sie.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nIn der praktischen Ausbildung durchlief sie w&#228;hrend der drei Jahre verschiedene Bereiche. \u201eDas waren etwa die Kinderpsychiatrie, Kinderchirurgie oder die Neonatologie, also diese Fr&#252;hchenstation hier\u201c, erz&#228;hlt Christin. Durch das neue Ausbildungssystem m&#252;ssen aber auch Stunden in der Erwachsenenkrankenpflege wie der Gyn&#228;kologie, der inneren Medizin oder der Wochenbettstation geleistet werden. Am Interessantesten fand sie die Arbeit in der Kinderonkologie, also dem Bereich, in dem die kleinen Krebspatienten behandelt und beraten werden. \u201eDort mal fest zu arbeiten, ist eigentlich mein Traum. Ich lag als Kind selbst &#252;ber zwei Jahre im Krankenhaus, weil ich eine Krebserkrankung hatte.\u201c Die Arbeit jetzt in der Neonatologie ist aber nicht weniger anspruchsvoll. \u201eAm Anfang hatte ich Bedenken, ob ich mir das wirklich zutraue. Das war aber unbegr&#252;ndet, denn die Arbeit macht Spa&#223;, auch wenn sie hart und sehr verantwortungsvoll ist und man t&#228;glich Neues lernt.\u201c<\/p>\n<p>Zu ihrem Alltag auf der Station geh&#246;rt es, den Kindern Injektionen und Medikamente zu geben, sie &#252;ber eine Sonde mit Spezialnahrung zu versorgen oder ihnen \u2013 wenn n&#246;tig \u2013 den Darm zu entleeren. Au&#223;erdem werden die kleinen Patienten gepflegt. Das hei&#223;t, ein- bis zweimal pro Dienst schaut sie sich die Kinder an, achtet auf jegliche Ver&#228;nderungen wie z. B. R&#246;tungen und Schwellungen, f&#252;hrt die Mundpflege durch, wechselt die Windeln. Dabei sind kontinuierlich Blutdruck, Herzfrequenz und andere Vitalparameter zu &#252;berpr&#252;fen. Dazu kommt die st&#228;ndige Absprache mit dem jeweiligen Arzt. Christin entscheidet auch, wann die Kleinen Ruhe brauchen. \u201eIch bin der Anwalt des Kindes und schicke, wenn es sein muss, auch einen Arzt weg. Denn die pflegende Schwester kann am Besten einsch&#228;tzen, ob sie dem Kind zumuten kann, dass es gest&#246;rt wird. Im Zweifelsfall muss der Arzt eben eine Stunde warten\u201c, schmunzelt Christin.<\/p>\n<p>Voraussetzung f&#252;r den anspruchsvollen Job mit Kindern ist nach Christins Meinung eine \u201e101-prozentige Sozialkompetenz. Der Umgang mit Kindern hei&#223;t vor allem auch, Umgang mit der Familie des Patienten zu haben. Da muss man einf&#252;hlsam sein, deren Sorgen und &#196;ngste verstehen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen\u201c, sagt sie.<\/p>\n<p>F&#252;r ihre Zukunft hat Christin konkrete Vorstellungen: \u201eIch bin ein praxisnaher Mensch. Mein Ziel ist, Case Managerin zu werden. Dabei geht es unter anderem um die Entlassungsplanung, die Anleitung der Eltern, die psychosoziale Betreuung, sowie die Koordinierung von erforderlichen Hilfsleistungen und Leistungsanbietern.\u201c<\/p>\n<p><em>Erschien im Countdown Jugendmagazin (Dezember-Ausgabe), erscheint an Schulen der Klassen 9 bis 12 in Sachsen, sowie in Berufsinformationszentren.<\/em><\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.danielgrosse.com%2Fblog%2Fein-herz-fuer-kinder%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fr&#252;hgeborenen-Intensivstation der Leipziger Uniklinik. In zwei Brutk&#228;sten, so genannten Inkubatoren liegen kleine, zarte menschliche Wesen. 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