Große Worte

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

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Gelbe Karte für zu schnelle Autofahrer

blitz4kids.jpgTaucha. Seinen Abschluss fand in dieser Woche die Aktion „Blitz für Kids“, mit der die Polizei Sachsen und der ADAC für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen wollen. Auch in Taucha fanden dazu, vornehmlich an Schulen, Geschwindigkeitskontrollen statt. Das Besondere dabei: Wer im Verwarngeldbereich lag, musste keine Strafe zahlen, sondern bekam eine gelbe Karte. Diese wurde überreicht von Kindern der jeweiligen Schulen. „In Taucha haben wir aber kaum Probleme. Die Schulwege sind bekannt und die Tauchaer allgemein vorbildlich, wenn es um die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit geht“, sagte Polizeirevierführer Klaus Konopka.

Am Donnerstag baute die Dienstgruppe A der Polizei Taucha ihr Lasergerät an der Wurzner Straße auf. Katrin Glombik, Präventionssachbearbeiterin der Polizeidirektion Westsachsen, holte einige Schüler der dritten Klasse aus der Grundschule am Park dazu. Die passten genau auf und wollten alles wissen. Jasmin Rother äußerte auch gleich ihren Berufswunsch. „Ich will Polizistin werden. Weil’s bestimmt Spaß macht und spannend ist, ist doch klar!“, sagte das kesse Mädel, die der Tauchaer Polizistin Katrin Glombik eifrig assistierte.

Mit einer gelben Karte verwarnt wurde unter anderem Manuela Wasserthal.. 52 Kilometer pro Stunde zeigte die Laserpistole an. „Die holen wir raus“, entschieden die Kinder. Mit zwei Kilometern über den erlaubten 50 lag sie im verwarngeldfreien Bereich. „Ich weiß ja, dass hier ein Schulweg ist, fahre darum immer angepasst“, sagte sie und freute sich über die Aktion. Mit einem blauen Auge davongekommen war auch eine Skoda-Fahrerin, die mit zügigen 63 Kilometern pro Stunde unterwegs war. Auch sie wurde mit einer gelben Karte verwarnt, auf der sie nun ablesen kann, dass sie damit fast im roten Bereich liegt. Bei einer Geschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde beträgt der Anhalteweg 43 Meter. Für Kinder kann dies im Ernstfall den Tod bedeuten.

Der Großteil der kontrollierten Autofahrer hielt sich aber an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit. Christel Weber war mit ihrer Tochter und dem Enkel unterwegs und fuhr gerade mal 39 Kilometer pro Stunde. „Ich kenne die Strecke und weiß, dass hier Kinder die Straße überqueren.“ Zum Dank bekam sie eine grüne Karte überreicht, die der Fahrerin eine Vorbildfunktion bescheinigte. Auch bei der vorangegangenen Kontrolle an der Klebendorfer Straße, bei der Kinder der Regenbogengrundschule gemeinsam mit der Polizei blitzten, kam es zu keinen größeren Problemen. „Wir hatten nur einen Autofahrer, der 23 Kilometer pro Stunde schneller als erlaubt fuhr und entsprechend verwarnt wurde“, erzählte Konopka.

Auch wenn die Aktion „Blitz für Kids“ nun vorbei ist, mahnt die Polizei zur Umsichtigkeit, vor allem vor Schulen und Kindergärten. „Das sollten uns die Kinder wert sein und außerdem drücken wir jetzt kein Auge mehr zu, sondern verwarnen nach dem gültigen Bußgeldkatalog“, so Konopka.

Erschien am 06. Oktober 2007 in der Leipziger Volkszeitung.

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  • Hobbymusiker sorgen für Gänsehautstimmung

    requiem_1.jpg„Tag der Tränen, Tag der Wehen“ – Was im sechsten Text Lacrimosa der Totenmesse beschrieben wird, traf am Freitagabend nicht auf die Aufführung des Stücks von Wolfgang Amadeus Mozart zu. Diese, vorgetragen in der Tauchaer Kirche St. Moritz, begeisterte mit stimmgewaltigen Chören, exzellenten Solisten und einem kraft- und gleichzeitig gefühlvollen Orchester.

    Eingeladen zum Requiem, Mozarts letztem Stück, an dem er nur zu zwei Dritteln mitwirkte, hatten das Vocalensemble Borinzi und der Männerchor Taucha. Um dem anspruchsvollen Werk gerecht zu werden holten sich die Chöre Unterstützung weiterer Laien- und Hobbymusiker: Der Männerchor Ermlitz, der Lehrerchor und das Leipziger Lehrerorchester sorgten zusätzlich dafür, dass die Empore des Gotteshauses so voll wie wohl noch nie war. In der herbstlich geschmückten Kirche lauschten Tauchaer und ihre Gäste den Klängen des Ensembles. Dass es Amateure waren, die dort ihre Stimmen und Instrumente zum Besten gaben, konnte man kaum glauben. Zwar merkte man einigen Mitgliedern ihre Anspannung an. Der Gesamteindruck überzeugte aber. Harmonisch war das Zusammenwirken der Chöre und des Orchesters. Punktgenau kamen die Einsätze von Pauken und Posaunen. Zart bis mitreißend glitten die Streicher über ihre Saiten. Nicht weniger perfekt die vier Solisten. Marina Scharnberg, Klaudia Zeiner, Kristian Sörensen und Gun Wook-Lee waren bis auf wenige Ausnahmen im Orchester die einzigen professionellen Musiker des Abends.
    (more…)

    Katie Melua: drittes Album erscheint

    Weil wir gerade bei Katie Melua waren: Heute erscheint ihr drittes Album. “Pictures” heißt es und die erste Singleauskopplung “If You Were A Sailboat” gibt einen Vorgeschmack auf das, was man auf dem Album hören kann. Katie pur, hauchzart aber dennoch kraftvoll.

    Der iTunes-Shop listet das Album noch nicht. Schade. Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil. Gekauft!

    Taucha und die Deutsche Post: Willkommen in der Provinz!

    Ich mag Taucha. Wirklich. Eine sympathische Kleinstadt mit sympathischen Einwohnern und kurzen Wegen. Aber manchmal, da flucht man über diese Stadt und benutzt böse Wörter. “Kaff” oder “Provinz” zum Beispiel. Heute war wieder so ein Tag. Problem: Briefe zur Post bringen. Ja, das ist ein Problem. Unser Postamt heißt nämlich nur noch so, ohne die Funktion einer Post zu erfüllen. Weil es das ständig expandierende Weltunternehmen wohl für besser hält, Gewerbetreibende und Privatleute nicht zu ihren Kunden zählen zu wollen. Und weil unser toller Bürgermeister nicht den Arsch in der Hose hatte, die Schließung der Post zu verhinden. Was er sicherlich hätte tun können, auch wenn die Post ein Privatunternehmen ist. Das Gute allerdings: Am Gebäude hängt noch ein Briefmarkenautomat, gleich daneben ist ein Briefkasten. Nur müsste dieser Automat auch mein Geld wollen. Wollte er nicht, egal, was man reinsteckte. So wie das Geld im gelben Roboter verschwand, spuckte dieser es wieder aus. “Geh halt woanders hin”, hörte ich ihn dabei sagen. Zumindest hab ich das so verstanden.

    Also weitergefahren zum Quelle-Shop. Dieser darf seit vergangenem Jahr auch Postagentur spielen. Dort drin stehen zwei meist miesgelaunte Damen, die in gelangweilter Routine, ohne diese Routine wirklich zu besitzen, Pakete und Briefe annehmen. Nur heute nicht. Denn Donnerstagnachmittags ist dieser Quelle-Annahmeladen einfach mal zu. Weil’s eben so ist. Und Taucha ja eh ein Kaff ist. Oder wie soll man das werten? Natürlich weiß ich, dass dort jeden Donnerstag Nachmittag geschlossen ist. Aber ich weigere mich strikt, mich vor meinem Gang zur so genannten Post vom korrekten Tag und der korrekten Zeit zu überzeugen und darüber nachzudenken, ob man wohl gewillt ist, mein Geld anzunehmen. Also stand ich heute zum zweiten Mal vor dem Eisengitter, das man wohl dort angebracht hat, im Glauben, man könnte aus dem Quelle-Ramsch was wertvolles klauen wollen.

    Was blieb? Die nächste Postagentur im Portitz-Treff. Dort ist man nett und hat täglich bis 19 Uhr geöffnet. Erste Wahl ab sofort – und ich werde mich trotzdem mal bei der privaten Konkurrenz umschauen.

    Nutzerbeteiligung adé – Nintendo schließt die Foren

    Foren stehen, trotz Blogs, auch heute noch hoch im Kurs. Vor allem in der Computerspieleszene. Nintendo weiß das – und macht die eigenen Foren zu. Das mag paradox klingen, ist es aber nicht. Denn weil sich rings um die Nintendo-Website weitere Foren gründeten und dort wohl seit langem mehr die Post abgeht als in den hauseigenen Brettern, hängt das Unternehmen nun das Schloss davor und arbeitet an einer neuen Website:

    Angesichts der Entwicklung all dieser anderen Foren sind wir der Meinung, dass die Besucher unserer Website mehr davon haben, wenn wir uns auf den Aufbau einer neuen Nintendo-Website konzentrieren, die Club-Nintendo-Mitgliedern neue Funktionen und erweiterte Möglichkeiten bietet.

    Klingt ein bisschen wie: “Das hammer nich, gehen ‘se mal ne Straße weiter, die hamms grad frisch reingekriegt”. Nutzerbeteiligung adé. Aber vielleicht bringt ja die neue Nintendo-Website ganz tolle Features.

    Dass die Sicherheitslücken, mit denen auch die amerikanischen Foren zu kämpfen haben, der eigentliche Grund für die dauerhafte Schließung der Foren sind, ist dabei natürlich nur ein böses Gerücht. Ein Gerücht, das auch die Community-Site von Nintendo of Europe verbreitet.

    Seeräuber ziehen durchs Spielhaus

    Taucha. Geschäftiges Treiben herrschte jüngst im Hort Tauchsches Spielhaus. Allerhand Herren der sieben Weltmeere, Piratenbräute und exotische Bauchtänzerinnen bevölkerten den Spielplatz. Die Einrichtung der Volkssolidarität hatte zum Piratenfest geladen und rund 300 Gäste waren dieser Einladung gefolgt. „Das Fest bildet den Abschluss unseres Piratenprojektes, das in den Sommerferien begann“, erklärte Hortleiterin Sabine Müller. Auf Wunsch der Kinder wurde das Thema gewählt. So lernten die kleinen Seeräuber alles über die Fahrt auf großen Schiffen, bekamen erklärt, wo Steuer- und wo Backbord liegt, studierten ein Piratenlied ein und fuhren beispielsweise in Pouch in Sachsen-Anhalt mit einem Piratenschiff. Über die Aktionen führten die Kinder – ganz in Seefahrermanier – peinlich genau Logbuch. Dieses und allerhand Fotos konnten die Eltern während des Piratenfestes bestaunen.

    piratenfest_2-1.jpg

    Noch viel mehr staunten aber große und kleine Leute über „Pirat Kervolin“. Der heißt eigentlich Volker Gödde und zieht als Unterhaltungskünstler mit verschiedenen Programmen durchs Land. „Mein Team und ich haben Shows für Kinder, Hochzeiten, Familienfeiern und vieles mehr im Angebot. Passend zu jedem Anlass schlüpfen wir in die Rolle eines Clowns, Ritters oder eben – wie heute – in die eines Piraten“, sagte er. Die Gäste beeindruckte er unter anderem mit seinen Jonglierkünsten und einer Feuershow. Der Höhepunkt war das Heben eines Schatzes, der vorher in der Weitsprunggrube der Regenbogengrundschule verbuddelt worden war. Darin befand sich allerlei Gold – in Form von Bonbon-Talern, die „Kervolin“ freigiebig verteilte.

    Die Einnahmen aus Eintritt, Tombola und verkaufter Verpflegung sollen für den Kauf eines Schuppens verwendet werden. „Dort wollen wir dann unsere Spielgeräte und Fahrzeuge unterstellen“, so Sabine Müller.

    Erschien am 19.09.2007 in der Leipziger Volkszeitung

    Passend dazu ist der heutige 19. September der “Look like a pirate day“. (Gefunden bei JoJo)

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  • Mehr Hörer durch Zauberei

    Auf der Suche nach mehr Einschaltern verlieren sich Radiosender inzwischen in Gewinnspielen mit immer absurderen Preisen. Auf „Interaktion, bei der alle gewinnen“, setzt Hitradio RTL Sachsen. Diese Woche war ein Mental-Magier zu Gast, der mit den Hörern zauberte. So sagte er das Alter einer Anruferin voraus oder verbog in Uri Geller-Manier Kaffeelöffel.

    „Es sind eigentlich Experimente, denn alles ist erklärbar“, sagt Harry Riegel, der die Tricks trotzdem nicht erklärt. Vielmehr wolle er zum Nachdenken und Mitmachen anregen. „Dazu ist Radio in der Lage. Rundfunk sollte generell persönlicher werden und Möglichkeiten zur Beschäftigung bieten“, meint Magier Riegel, der seit zwei Jahren bundesweit durch Stationen tourt und seine Zaubershow anbietet.

    Dass so etwas ein richtiger Weg ist, Hörer zu fesseln, davon ist Programmdirektor und Morgenmoderator Klaus Vorbrodt überzeugt. „Es konnten ja nicht nur die Anrufer mitmachen, sondern alle, die zuhörten. Das ist eine moderne Form davon, was das Medium mal ausmachte.“ Früher saß schließlich auch die Familie vor dem Radio – für Hörspiele oder Konzertübertragungen. „Natürlich geben wir uns nicht der Illusion hin, dass deswegen gleich viel mehr Leute einschalten. Aber wir zeigen mit solchen Wortbeiträgen, die länger sind als eine Minute dreißig, den Hörern, was Radio auch sein kann.“

    Ob die Aktion tatsächlich Quote gebracht hat, lässt sich nach einer Woche nicht messen. Für Klaus Vorbrodt sind daher die weichen Faktoren ausschlaggebend. „Die Reaktionen per Telefon und E-Mail waren sehr viel stärker als in einer normalen Woche. Die Leute unterhalten sich darüber. Im besten Falle haben wir also Gesprächsstoff geliefert.“ Auf solche Formate wolle Hitradio RTL Sachsen auch künftig setzen.

    Eine „andere Art von Entertainment“ nennt Vorbrodt die dreistündige Spielshow, die jeden Mittwochabend bei Hitradio RTL läuft. Auch hier zähle die Interaktion. „Eine moderne Form des Lottos, bei der man Glück oder eben auch Pech haben kann.“

    Erschien am 15.09.2007 in der Leipziger Volkszeitung.

    Und ja, mein persönlicher Eindruck der Zauberei folgt hier auch noch…

    Barrierefreie PDF-Dateien: Nicht einfach, aber machbar

    barrierefreies-pdf.jpgWenn im IT-Bereich von Barrierefreiheit die Rede ist, so ist damit meist die standardkonforme Programmierung von HTML, CSS und JavaScript gemeint. An das Dokumentenformat PDF denkt dabei kaum einer, obwohl es das am weitesten verbreitete im Netz ist. Die Möglichkeiten zur Gestaltung barrierefreier PDF-Dateien sind allerdings gegeben und sollten auch genutzt werden.

    Weiter bei saxxess.com, dem IT-Portal für Sachsen, für das dieser Text entstand.

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  • Erinnerungen…

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  • Eierlegende Hähne und verarschte Hörer

    “Ein Hahn legt in der Stunde drei Eier. Wie viele Eier legen 14 Hähne in drei Stunden?”

    huetchen.jpgNein, liebe Leser, ich möchte Euch nicht verarschen. Wohl aber will das jener Dienstleister, der im Auftrag von Hitradio RTL Sachsen die abendliche “Spielshow” veranstaltet. Was das ist? Die 1:1-Hörfunk-Abbildung von solch “erfolgreichen” Konzepten, wie sie Callactive und 9Live umsetzen. Call-In im Radio funktioniert ähnlich der Shows im Fernsehen. Eine scheinbar leichte, weil saudämliche Frage wird gestellt und der Hörer darf eine 50-Cent-Hotline anrufen, um diese Frage zu beantworten. Wenn er denn durchkommt. Das gelang gestern bei dieser Frage rund 15 Minuten lang niemandem. Von anfangs 100 Euro wurde der zu gewinnende Geldbetrag immer wieder erhöht. Bei 300 Euro wurde ein Anrufer durchgestellt. Der allerdings legte wieder auf. Was den Moderator veranlasste, nochmal die Mitmachregeln zu verlesen. Also ganz wie im TV.

    Ich weiss nicht, ob und wann diese Frage gelöst wurde, ich habe umgeschalten bzw. war an meinem Fahrziel angekommen. Ich weiß nur, was hinter dem Konzept steckt. Die systematische Abzocke der Hörer, die fortschreitende Degeneration selbiger und der weitere Verfall des Mediums Radio. Und da wundern sich Programm-Macher über zurückgehende Hördauer? Lachhaft, wirklich!

    Der Autor ist Mitglied der Initiative FAIR RADIO


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