von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
24. 04. 2009 23:08
Nach Peter Bond, der ja, wie wir gelernt haben, angeblich gute Anwälte hat, wird nun Sat.1 bzw. META Productions zum Spielball der lustigen Spammer. Soeben erhielt ich diese Mail:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie haben den Beratungsservice bei Sat 1 genutzt durch einen Klick auf folgenden Link:
http://forum.sat1.de/forumdisplay.php?f=18Dieser Link bezieht sich auf die Sendung Akte 09, welche von unserer Firma META Productions hergestellt wird. Seit dem 01.03.2009 ist META Productions laut Anordnung des deutschen Finanzministerium dazu verpflichtet, für jede Auskunft und Beratung eine Gebühr von 120 Euro zu verlangen. Diese Gebühr ist auch fällig bei der aktiven oder inaktiven Nutzung des Sat 1 Forums, speziell alle Themen rund um Akte 09.
Wir bitten Sie daher, uns die 120 Euro innerhalb von 7 Tagen zu bezahlen und machen Sie darauf aufmerksam, dass wir bei einer Zahlungsverweigerung unseren Anwalt Herrn Günther Freiherr von Gravenreuth in München einschalten werden.
Zahlen Sie die 120 Euro bitte auf folgendes Bankkonto:
Ghazi Fakhro
Kto: xxxxx570
BLZ: 40154530
Sparkasse WestmünsterlandWir haben Ihre IP Adresse und den Zeitpunkt Ihres Zugriffs auf das Sat 1 Forum gespeichert. Damit sind Sie identifizierbar und riskieren im Fall von widerrechtlichen Handlungen ein Ermittlungsverfahren des Bundeskriminalamtes.
Bitte unterlassen Sie verleumderische Äußerungen und Drohungen in Internetforen und Blogs, denn diese werden wir ebenfalls zurückverfolgen und zur Anzeige bringen.
Sie können sich gegen diese Zahlungsaufforderung nicht wehren, denn wir sind im Recht und haben einflussreiche Medien hinter uns.
Mit freundlichen Grüßen
Wilhelm Ritter
META Productions GmbH
Kuno-Fischer-Str. 8
14057 Berlin
www.metaprod.net
Muhaha, wie lustig. Jetzt sind es also einflussreiche Medien und nicht gute Anwälte. Im CC waren noch weitere Personen, unter anderem Ralf Schmitz oder der Radiosender Hit-Radio Antenne Niedersachsen. Besonders gefällt mir die Äußerung, das “deutsche Finanzminsterium hätte META Productions, die Firma von Ulrich Meyer, dazu verpflichtet, diese Beratungsgebühr zu verlangen. Was ein Schwachsinn.
Zahlungsempfänger Ghazi Fakhro, der hier genannt wird, ist kein Unbekannter. Obwohl natürlich nicht gesagt werden kann, dass er überhaupt etwas mit dieser Mail zu tun hat.
Insgesamt wieder einer der Mails, bei der man nicht weiß, wie man reagieren soll. Lachen über diese Dummheit? Sich aufregen über diese Dummheit? Die Menschen warnen, die Dummheit einer Zahlung zu begehen? Gut, letzteres tue ich hiermit, da es sicher immer wieder Leute gibt, die auf sowas reinfallen. Zur Sicherheit werde ich der Sparkasse Westmünsterland eine Mail senden und um Prüfung bzw. Sperrung dieses Kontos, das ja vielleicht doch eventuell existiert, bitten. Und Gravenreuth… zu dem wurde bereits alles gesagt. Sitzt der nicht grad? Mit dieser Schweinerei hat er wohl aber nix zu tun. So unvorsichtig ist nicht mal er.
Update: Okay – möglich ist natürlich noch, dass das ein verzweifelter Versuch von Abmahnanwälten sein soll, die mal Stress mit Akte 09 hatten. Dass das nun ausgerechnet Gravenreuth ist, glaube ich wie gesagt nicht. Eher ist das Ganze ein Versuch der Rufschädigung gegen META Productions. Im Netz finden sich zum Namen und Mailadresse des genannten Mitarbeiters noch ganz andere Einträge, die ich hier lieber nicht verlinke.
Update II: Das ist allerdings pervers: Die Mail wurde von der IP-Adresse 38.99.170.166 verschickt, die auf den Provider Performance Systems International in Toronto/Kanada zeigt. Empfangen habe ich die Mail um 22:18 Uhr. Und was sehe ich nach Auswertung meines Logfiles eben? Dass um 22:01 Uhr ein Besucher mit eben dieser IP 38.99.170.166 auf meinem Blog war, und zwar gezielt auf dem Peter-Bond-Artikel. Danach wechselte er ins Impressum, mutmaßlich um meine Mailadresse zu recherchieren. Okay, Du Wichser mit IE 6 und Windows XP - was genau willst Du? Was soll dieser Mist? Damit dürfte eigentlich klar sein, dass hinter dieser und der Peter-Bond-Mail die gleichen Leute stecken.
Update III (27. April 2009): Die Sparkasse Westmünsterland rief mich an und bedankte sich für den Tipp. Und: Offenbar ist bereits das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik auf diese Spam-Mails aufmerksam geworden. Zumindest wird von dort aus auch zu Schlagworten aus der Mail über Google recherchiert, wie ich grad in den Statistiken meines Blogs sah. Und natürlich besuchte auch wieder die IP 38.99.170.166 mein Blog – diesmal mit Direktlink zu diesem Artikel.
21. 01. 2009 09:06
Soeben erhielt ich einen Fanganruf. Ein kurzes Klingeln auf meinem Handy, als Nummer wurde ein Hamburger Anschluss mitgeschickt: 0405555072494. Da mir das gleich spanisch vorkam, wollte ich erst nicht zurückrufen, recherchierte kurz, ob sich der Inhaber des Anschlusses herausfinden lässt. Im Netz fand ich auf die Schnelle nichts dazu. Also rief ich doch zurück. Was mich erwartete, wusste ich fast schon:
“Herzlichen Glückwunsch, Sie haben einen Preis gewonnen” – So oder so ähnlich begrüßte mich eine offenbar bestens gelaunte Frauenstimme. Ich hätte garantiert einen Barpreis bis 3000 Euro oder einen Sachpreis bis 1500 Euro gewonnen. Man beachte das Wörtchen “bis”. Es kann also auch eine Zahnbürste, eine Heftklammer oder ein schimmliges Brötchen sein. Es gäbe keinen Haken, so die Stimme, ich hätte garantiert einen dieser Preise gewonnen. Um den Preis zu bekommen müsste ich nur – Ihr ahnt es – eine Nummer anrufen. Genannt wurde bei mir die 0900-3741258. Die 0 und die 9 nannte die fröhliche Frauenstimme, den Rest der Nummer diktierte eine andere Stimme. Es kann also sein, dass die 0900-Nummer zufällig aus einem Pool mehrerer Nummern ausgewählt wird. Mein Gewinn würde nur für kurze Zeit zur Verfügung stehen, also soll ich schnell handeln. Das ganze mündete in einer Endlosschleife, die immer und immer wieder die Nummer ansagte und meinte, das ganze koste “nur” 1,99 Euro pro Minute.
Nun bin ich mir nicht sicher, ob diese Art von Fanganruf bereits rechtswidrig ist. Immerhin ist die 040-Nummer eine normale Ortsnetznummer mit klaren Kosten und zur 0900-Nummer wurden auch mehrfach die Kosten genannt. Aber selbst wenn es sich hier bereits um eine Straftat handeln sollte, würde es mit der Verfolgung dieser wohl recht schwierig, wenn der “Besitzer” der Nummer in Hongkong gemeldet ist. Die Suchmaschine der Bundesnetzagentur ergab als Antragsteller:
0900 – 3 – 741258
Diensteanbieter:Worldwide Venture Ltd.
Yat Chau Building Unit A 5F
Des Voeux Road Central 262
Hong KongHONGKONG
Datum der Zuteilung der Rufnummer:
7.10.2007 ; 7:27 Uhr
Diese Worldwide Venture Ltd. ist kein Unbekannter – und offenbar beginnt die Bundesnetzagentur bereits damit, die Nummern zu sperren.
Ich werde dann also Antrag stellen, auch diese oben genannte 0900er sperren zu lassen.
Drecksäcke.
06. 01. 2009 09:23
Ich mag sie ja, diese Agenturen, die vorgeben, etwas vom Netz zu verstehen. Diese Agenturen, die losziehen und potentiellen Kunden vorgaukeln, sie könnten Suchmaschinenoptimierung anbieten. Diwe-Media ist so eine Agentur. Die offenbar – reine Mutmaßung von mir – im Kundenauftrag seit mehreren Monaten die Blogwelt mit ihren Spamkommentaren zuscheißt. Sorry für diesen Ausdruck, aber was da rauskommt ist mehr als Dünnpfiff.
Auf mehreren von mir betreuten Blogs laufen seit geraumer Zeit Kommentare auf, die als Absendermail comments@diwe-media.de oder kommentar@diwe-media.de und ähnliches tragen. Die verlinkte Webadresse ist meist unterschiedlich, der abgelassene Kommentar tut häufig so, als habe er mit der Sache zu tun. Meist sieht man aber, dass sich mit der wirklichen Thematik nicht beschäftigt wurde.
Im November 2008 entschuldigte sich Geschäftsführer Dirk Wehrshofen noch bei Mike Schnoor und gelobte Besserung. Seitdem scheint die Spamkommentarmaschinerie aber erstmal richtig angelaufen zu sein. Zumindest in den von mir betreuten Blogs tauchen täglich mehrere neue Kommentare mit Adressen von Diwe-Media auf.
Daher eine Bitte, nein, eher eine Aufforderung an die großartigen Suchmaschinenoptimierer aus Bad Neuenahr: Hört umgehend mit diesem Käse auf! Diverse Blogbetreiber greifen inzwischen zu harten Bandagen: Sie markieren die Kommentare der Diwe-Spammer als eben solchen Spam – in der Hoffnung, Akismet würde, wenn noch mehr Blogbetreiber dies tun, die IP- und Mailadressen der Diwe-Media in die Blacklist aufnehmen. Eine gute Idee, wie ich finde.
Interessant übrigens, wie Diwe-Media auf ihren Seiten für die Optimierung wirbt: (natürlich verzichte ich an dieser Stelle auf eine Verlinkung, ihr seid alle selbst schlau genug..)
DiWe-Media hat sich auf dieses Gebiet spezialisiert und weiß genau worauf es bei der Suchmaschinenoptimierung für Google ankommt. Mit legalen Mittel verhilft Ihnen DiWe-Media ein dauerhaftes, gutes Ranking bei Google zu erreichen – ohne Spam und anderen unseriösen Mitteln.
Nee, iss klar…
Im GC-Blog umgehen wir seit einigen Monaten die nervige Backlink-Löscherei, indem wir einfach keine Links mehr auf dem Namen des Kommentargebers zulassen. Das mag dem allgemeinen Sinn von Blogs widersprechen, schont aber die Nerven.
Nachtrag: Im Blog von Diwe-Media übrigens ist die Kommentarfunktion gesperrt. Die werden schon wissen, warum…
02. 12. 2008 10:16
Neue Masche der Spam- und Trojaner-Versender: Man bekommt eine Mail in überraschend gutem Deutsch, die vor der Sperrung der E-Mail-Adresse warnt:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ihre Email “xx@yy.de” wird wegen Missbrauch innerhalb der naechsten 24 Stunden gesperrt. Es sind 93 Beschwerden wegen Spamversand bei uns eingegangen.Details und moegliche Schritte zur Entsperrung finden Sie im Anhang.
Im Anhang befindet sich ein “Hinweis.zip”, den man natürlich nicht öffnen sollte. Im Archiv befindet sich eine “Hinweis.exe”. Ein Check des Archivs mit Kaspersky brachte bislang keine Warnung auf einen Trojaner. Es ist aber davon auszugehen, dass dies einer ist. Unter anderem wird die advapi32.dll geladen, die über ihre API-Schnittstelle womöglich Kontakt zu einer anderen Website aufnehmen soll.
Gesendet wurde die Mail über die IP 85.172.62.58. Diese gehört der Public Joint Stock Company “Southern Telecommunication Company” in Krasnodar, Russland. Der Absender der Mail war hier akstcvremcomnsdgs@vremco.com, der einschlägig bekannt ist, auch Spam mit anderen Betreffzeilen zu verschicken.
Also: Vorsicht walten lassen und natürlich die .exe niemals ausführen.
Update 14.35 Uhr: Mittlerweile erkennt Kaspersky in der Datei einen Trojan-Downloader.Win32.Agent.aspn, also jene Form des Trojaners, der beliebig Dateien nachladen kann und etwa PINs und TANs ausspioniert. Infos auch hier.
10. 10. 2008 09:11
Okay, obigen Satz hat die Dame, die hier grad anrief, nicht gesagt. Aber gemeint. Sie rufe vom “Institut für aktuelle Wirtschaftsthemen” aus Dresden an. Und hätte da mal ein paar Fragen an Arbeitnehmer und Autofahrer, ob ich mal zwei Minuten Zeit hätte. Auf meine Frage, was denn mit den Daten passiere und was das für ein Institut sei, bzw. wer wirklich dahinter stecke, wiederholte sie nur den Namen dieses ominösen Institutes und meinte, mehr könne sie nicht dazu sagen. “Weil Sie es nicht wissen, oder weil Sie es nicht sagen dürfen?”, frug ich. “Weil ich es nicht weiß”, antwortete sie. Sie weiß also gar nicht, für wen sie eigentlich Befragungen durchführt und was dann mit den Daten geschieht. So viel Ahnungslosigkeit im Job ist schon grob fahrlässig, finde ich.
Auf Diskussionen oder noch mehr Fragen hatte sie aber keine Lust, weil sie noch “eine lange Liste vor sich hätte”. Gut, und ich hab auch zu tun – das ist das schöne an Telefongesprächen: Man kann sie beenden, wann man will. Viel Erfolg weiterhin.
17. 07. 2008 15:49
“Hallo, Frau hastenichgesehen von der Wirtschaftsumfrage hier. Wir führen derzeit eine Befragung bei Arbeitnehmern…”
“Bitte wer ist da?”
“hastenichgesehen von der Wirtschaftsumfrage. Es geht darum, wir führen derzeit….”
“Ich hab’s immer noch nicht verstanden, wie ist Ihr Name?”
tuut..tuut..tuuut
Schade, dass mich die Anruferin gerade nicht aufklären wollte, wer sie eigentlich ist und für wen sie wirklich anruft. Also ein bisschen mehr Durchhaltevermögen sollte man den Agents doch eigentlich zutrauen, oder? Um’s also kurz zu machen: Derzeit führt irgendein Unternehmen eine angebliche Wirtschaftsumfrage durch. Am Ende kommt sicher irgendein Finanzoptimierer etc. dabei heraus.
Dass die Typen es nie lernen….
08. 07. 2008 14:52
Ist wirklich lustig, dass man immer die gleichen Ausreden präsentiert bekommt, wenn man Drücker fragt, woher sie meine Telefonnummer haben. Wie gerade eine Frau Franke aus dem Leipziger Servicecenter der DKV, wie sie sagte. Die rief gar auf dem Handy an und wollte wissen, ob ich mich mal informieren wolle. Nö, aber wissen, warum sie mich von der Arbeit abhält und woher sie meine Handynummer hat. “Irgendwie aus dem Internet”, antwortete sie. Aha. Und dort stand sicher auch, dass ich Journalist bin, also hätte Frau Franke auch ahnen können, dass ich an der DKV kein Interesse habe.
26. 02. 2008 11:14
Gerade einen Anruf vom Institut für Informationsaustausch bekommen. Habe alle Fragen abgewimmelt und Gegenfragen gestellt, worauf man auflegte. Dieser Link hier dürfte alle Fragen zu diesem “Institut” beantworten.
Wie ich Cold Calls liebe…
17. 02. 2008 19:22
An dieser Stelle stand ein Text, der auf die Firmen Alpenkönig GmbH und Almkönig GmbH hinwies. Das betreffende Unternehmen hat mich gebeten, diesen Artikel zu löschen, da er laut Unternehmensangaben Fehler enthielt. In Kürze erscheint ein längeres Interview zu dieser Thematik.
14. 01. 2008 18:11
An dieser Stelle stand ein Text, der auf die Firmen Alpenkönig GmbH und Almkönig GmbH hinwies. Das betreffende Unternehmen hat mich gebeten, diesen Artikel zu löschen, da er laut Unternehmensangaben Fehler enthielt. In Kürze erscheint ein längeres Interview zu dieser Thematik.